St. Gallen: SC Brühl wird zum Kultverein
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St. GallenSC Brühl wird zum Kultverein

Dem in der Krise steckenden FCSG laufen die Fans davon. Viele gehen zum Erstligisten SC Brühl, wo es noch einen Fussballgott und ein echtes Fussballerlebnis gibt.

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Pascal Brotzer/Sascha Schmid
Bis zu 1300 Zuschauer unterstützen Brühl mit «Fussballgott» Zellweger (siehe Stroy-Bild). (Bild K. Frischknecht)

Bis zu 1300 Zuschauer unterstützen Brühl mit «Fussballgott» Zellweger (siehe Stroy-Bild). (Bild K. Frischknecht)

Der Stadtklub SC Brühl (SCB) entwickelt sich zum neuen Kultverein in St. Gallen. Zu den Heimspielen des Traditionsklubs pilgerten diese Saison im Schnitt 945 Fans ins Paul-Grüninger-Stadion im Krontal. Im Spitzenkampf gegen Eschen-Mauren vor zwei Wochen kamen sogar 1300 Zuschauer. Letztes Jahr lag der Schnitt bei 500. «Ein Faktor ist sicher der Transfer von Marc Zellweger, er ist ein Zuschauermagnet», so SCB-Medienchef Richard Zoellig. Mit Zelli gewann der Aufsteiger die ersten fünf Spiele. Und der «Fussballgott» lässt viele FCSG-Fans von den guten alten Zeiten träumen – ohne Rettungspläne und Abstiegsgefahr. «Viele Besucher sagen, dass sie die Nase voll haben von den Debatten um den FC St. Gallen und lieber zu uns kämen», sagt Kassiererin Nadia Rosal.

Zudem gibt es im Paul-Grüninger-Sta­dion fast Espenmoos-Feeling: Es ist klein, man kennt sich und nicht alles ist durchorchestriert und -organisiert wie in der AFG-Arena. Kinder spielen neben dem Platz selber Fussball, während die Väter direkt am Spielfeldrand das Spiel verfolgen. «Es ist alles viel familiärer und gemütlicher als in den grossen Stadien. Dieses Feeling vermissen die Leute dort», erklärt SCB-Präsident René Hungerbühler.

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