Trotz Facebook-Skandal: SCB holt Lee Goren
Aktualisiert

Trotz Facebook-SkandalSCB holt Lee Goren

Der SC Bern holt von Färjestad Lee Goren (32) – und gibt im Tausch dafür Lubos Bartecko (33) ab. Goren hat bewegte Tage hinter sich, er verursachte in Schweden einen regelrechten Facebook-Skandal.

von
Marcel Allemann
Ex-Topskorer Lubos Bartecko ist beim SCB nicht mehr erwünscht.

Ex-Topskorer Lubos Bartecko ist beim SCB nicht mehr erwünscht.

Es geschah vor knapp einem Monat. Ein Fan des schwedischen Spitzenklubs Färjestad (Verein von Nati-Verteidiger Severin Blindenbacher) wandte sich via Facebook an Lee Goren und bat den mit seinen Leistungen enttäuschenden Kanadier in höflichen Worten, doch etwas mehr Herz und Einsatz zu zeigen. ­Gorens Reaktion darauf knapp zwei Stunden später fiel heftig aus: Mit den Worten «Go fuck yourself» begrüsste er den Fan und teilte ihm mit, dass er auch nicht auf seiner Arbeit erscheine und ihm sage, wie er seinen Job zu erledigen habe. Daraus entstand ein heftiger, halbstündiger Mail-Verkehr (liegt 20 Minuten vor), in dem Goren immer wieder in die Fäkal-sprache abglitt, seinen Kritiker als «Schwuchtel» bezeichnete und ihn aufforderte, am nächten Tag beim Training vorbeizukommen: «Ich werde dir die Faust in den Rachen runterschlagen.» Der Fan verlangte anschliessend eine Entschuldigung von Goren. Als diese ausblieb, veröffentlichte er den Mail-Verkehr – und der Skandal war perfekt. Für diesen Donnerstag planten die Färjestad-Fans anlässlich des Spiels gegen MoDo eine Aktion gegen den Kanadier.

Um diese kommt Goren nach seinem Blitztransfer herum. SCB-Manager Sven Leuenberger, der den Wechsel orchestriert hat, weiss um den Facebook-Skandal seiner neusten Errungenschaft. Zwar habe Goren in seinem Vertrag keine Klausel, dass er Facebook nicht mehr benützen dürfe: «Aber ich habe ihm gesagt, er solle Facebook doch Facebook sein lassen. Lee war bei Färjestad frustriert und wollte weg. Es kumulierte sich dann zu diesem Vorfall. Dass es nicht clever war, weiss er selber.» Leuenbergers Hoffnung: «Wenn Lee im ersten Match ein Hattrick gelingt, spricht niemand mehr von Facebook.» Dass Goren das Potenzial dazu hat, zeigte er vor seinem Transfer im Oktober 2008 zu Färje­stad, als er kurzzeitig für den SCB und Zug spielte und in der NLA mit seinem Körperspiel und seinem guten Schuss beeindruckte.

Deine Meinung