Aktualisiert 01.04.2010 22:54

NLA-PlayoffsSCB im Final - Zuger Sieg nach Verlängerung

Der SC Bern steht als erster Playoff-Finalist fest. Er gewann auswärts gegen Kloten 3:2 und die Serie 4:0. Der EV Zug konnte seine Serie gegen Servette nach einem 2:1-Sieg n.V. zum 2:2 ausgleichen.

von
heg

Berner Durchmarsch und fehlende Zürcher Cleverness

Der SC Bern hat auch die zweite Serie der diesjährigen Playoffs auf schnellstem Weg mit 4:0 Siegen beendet. Die Berner gewannen gegen die Kloten Flyers auch das vierte Spiel und sind nach dem 3:2 in den diesjährigen Playoffs weiter unbesiegt.

Die Klotener dagegen verpassten den zweiten Finaleinzug in Serie. Die Zürcher bemühten sich zwar auch im vierten Duell, doch in den entscheidenden Phasen fehlte ihnen die Cleverness und wohl auch die Klasse, um gegen den starken SCB zu bezwingen und eventuell noch die Wende in dieser Serie einzuleiten - trotz veränderter Sturmformationen.

Nicht auf Touren kamen die Flyers im Powerplay. Vor allem im letzten Drittel liessen sie zahlreiche Berner Strafen ungenutzt. Auch während einer Phase von 79 Sekunden in doppelter Überzahl brachten sie nichts Zählbares zu Stande. So reichte Bern eine durchschnittliche Vorstellung und ein starker Marco Bührer im Tor nach zwei enttäuschenden Viertelfinal-Outs zur ersten Finalqualifikation seit 2007.

Wie in den beiden Partien davor gingen die Klotener in Führung. Doch nur 47 Sekunden nach dem 1:0 durch Roman Wick (19.) glich Bern durch Tristan Scherwey bereits wieder aus. Auch auf den zweiten Klotener Treffer zum 2:2 (37.) reagierte Bern umgehend: 62 Sekunden später schoss Roman Josi die Berner ein zweites Mal in Führung, nachdem Beat Gerber davor den SCB 2:1 in Front geschossen hatte. Josis Treffer nach knapp 38 Minuten war bereits gleichbedeutend mit dem Schlussresultat.

Ausgleich und Hochspannung in Zug

Die Halbfinalserie zwischen dem EV Zug und Genève-Servette verläuft weiterhin ausgeglichen. Zug glich mit einem verdienten 2:1-Sieg nach Verlängerung zum 2:2 aus, den Siegtreffer erzielte Dale McTavish. Der Ende Saison nach Finnland wechselnde Kanadier lupfte nach 64 Sekunden der Overtime den Puck backhand in die entfernte Torecke und belohnte Zug für einen vor allem im zweiten Drittel wilden, aber erfolglosen Sturmlauf.

Nur 313 Sekunden hatten sich die 6380 Zuschauer in der zum vierten Mal ausverkauften Herti gedulden müssen, ehe Josh Holden das Heimteam in Führung brachte. Der kanadische Topskorer blieb nach einem Anspiel im Slot ungedeckt und kam ohne grosse Genfer Gegenwehr zu seinem fünften Playofftreffer. Danach begann für die Zuger das grosse Zittern, das ausschliesslich eigenem Unvermögen geschuldet war.

10:3 Chancen wurden allein im Drittel gezählt, ab der 28. Minute kam der drückend überlegene EVZ fast im Minutentakt zu diversen Möglichkeiten, die Partie verdientermassen und vorzeitig zu entscheiden. Aber Fabian Schnyder (31./35.) oder Dale McTavish (39.), um nur einige der Zuger «Sünder» zu nennen, wurden solo anstürmend vom ausgezeichneten Genfer Keeper Tobias Stephan gestoppt. Auch eine fünfminütige Zuger Überzahl zu Beginn des Schlussdrittels - Paul Savary hatte sich kurz nach Ertonen der Sirene einen dümmlichen Stockendstich gegen Corsin Camichel geleistet - blieb ohne Erfolg.

Kloten Flyers - SC Bern 2:3 (1:1, 1:2, 0:0); Stand 0:4

Kolping Arena. - 7624 Zuschauer (ausverkauft). - SR Reiber/Stalder, Wehrli/Wirth.

Tore: 19. (18:16) Wick (Kellenberger) 1:0. 20. (19:03) Tristan Scherwey (Gamache, Dubé) 1:1. 27. Beat Gerber (McLean, Reichert) 1:2. 37. (36:42) Stancescu (Wick, Jenni/Ausschluss Hänni) 2:2. 38. (37:44) Josi (Gamache/Ausschluss Hollenstein) 2:3.

Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Santala) gegen Kloten, 8mal 2 Minuten gegen Bern.

PostFinance-Topskorer: Santala; Rüthemann.

Kloten: Rüeger; Winkler, Forrest; Du Bois, Sidler; von Gunten, Kellenberger; Schulthess; Rothen, Santala, Rintanen; Sven Lindemann, Bodenmann, Hollenstein; Wick, Zeiter, Bell; Jenni, Liniger, Stancescu.

Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Beat Gerber, Josi; Stettler, Hänni; Dominic Meier; Vigier, McLean, Reichert; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Tristan Scherwey, Dubé, Gamache; Pascal Berger, Froidevaux, Ziegler.

Bemerkungen: Kloten ohne Hamr und Welti (beide verletzt), Bern ohne Goren (überzähliger Ausländer). - Timeout Kloten (58:47), Kloten danach ohne Torhüter.

EV Zug - Genève-Servette 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) n.V.; Stand 2:2

Herti. - 6380 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng.

Tore: 6. Holden (Fabian Schnyder) 1:0. 55. Toms 1:1. 62. (61:04) McTavish (Christen, Patrick Fischer II) 2:1. -Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 plus 5 Minuten (Savary) plus Spieldauer (Savary) gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Holden; Salmelainen.

Zug: Markkanen; Diaz, Patrick Fischer II; Dupont, Oppliger; Schefer, Snell; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Christen, Steinmann, McTavish; Rüfenacht, Duri Camichel, Corsin Camichel; Di Pietro, Bodemann, Fabian Lüthi.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Gobbi, Jonathan Mercier; Vukovic, Malik; Höhener, Breitbach; Goran Bezina; Déruns, Savary, Salmelainen; Toms, Rubin, Kolnik; Rivera, Trachsler, Suri; Maurer, Hürlimann, Florian Conz.

Bemerkungen: Zug ohne Kress (verletzt) und Boumedienne (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Cadieux (verletzt).- Pfostenschuss Rubin (50.).

Vor den Spielen

Resultatmässig fehlte den Zürchern in den bisherigen drei Playoff-Halbfinalspielen gegen den Qualifikationssieger SC Bern nicht viel. 1:2, 4:6 und 2:3 verloren sie die ersten drei Partien. Spielerisch konnten die Klotener jeweils keinen Zacken mehr zulegen und das müssen die Flyers heute Abend. Denn mit einer weiteren Niederlage können die Ferientickets abgeholt werden. Das wollen die Klotener natürlich mit allen Mitteln verhindern. Sich zuhause vor eigenem Publikum in die Ferien verabschieden wäre auch doppelt hart.

Den SC Bern interessiert das natürlich nicht. Sie wollen den so oft zitierten «schwierigsten» Sieg – den Vierten – einfahren und den Durchmarsch ins Finale sicherstellen. Das gelang in den Playoffs bisher erst drei Teams. Kloten in der letzten Saison, Lugano im Jahr 2000 und Zug 1997. Pikantes Detail: Kein Team wurde danach Meister.

Wird Heimsiegserie fortgesetzt?

Im zweiten Halbfinal zwischen Servette und Zug kann noch kein Team in den Final einziehen. Beide Teams gewannen jeweils ihr(e) Heimspiel(e). Die Genfer führen daher in der Serie 2:1. Wollen die Innerschweizer also nicht vorentscheidend in Rückstand geraten, müssen sie die Serie der Heimsiege mit einem Erfolg über die Genfer fortsetzen.

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