Aktualisiert 07.12.2019 23:07

National LeagueSCB führt Siegesserie weiter, ZSC verliert

Der SC Bern hievt sich langsam aber sicher aus der Krise, das 4:2 gegen Fribourg ist der dritte Sieg in Folge. Die ZSC Lions unterliegen Lugano 1:3.

von
mke, kk, rek
1 / 5
Der SC Bern gewinnt gegen Fribourg und setzt seine Siegesserie fort. Zum ersten Mal in der laufenden Saison gewinnt der Meister drei Mal hinter einander.

Der SC Bern gewinnt gegen Fribourg und setzt seine Siegesserie fort. Zum ersten Mal in der laufenden Saison gewinnt der Meister drei Mal hinter einander.

Keystone/Peter Klaunzer
Strauchelnder Leader: Die ZSC Lions verlieren im Tessin 1:3 gegen Lugano.

Strauchelnder Leader: Die ZSC Lions verlieren im Tessin 1:3 gegen Lugano.

Keystone/Samuel Golay
Blitzstart: Wieder legten die Lakers einen schnellen Start hin und trafen dreifach in den ersten 11 Minuten.

Blitzstart: Wieder legten die Lakers einen schnellen Start hin und trafen dreifach in den ersten 11 Minuten.

Keystone/Walter Bieri

Es war Zähringerderby. Es war Strichkampf. Und es war ein Abend mit einem Novum. Zum ersten Mal in dieser Saison reihte der SC Bern drei Siege aneinander. Der Meister bezwang Gottéron 4:2 und schloss in der Tabelle zum Rivalen auf. Einmal mehr von hoher Wichtigkeit war Topskorer Mark Arcobello. Der US-Amerikaner hatte bei drei von vier Treffern den Stock im Spiel. Das erste Tor erzielte er gleich selbst aus spitzem Winkel durch die Beine von Reto Berra. Die Führung war verdient. Der SCB agierte zwar nicht klar überlegen, gewann aber die Mehrheit der Zweikämpfe und war auf bestem Weg, die Krise abzuschütteln.

Nur: Bern hat Arcobello, Gottéron ein starkes Ausländer-Quartett, bei dem keiner abfällt. Ryan Gunderson, Verteidiger mit Topskorerhelm, glich noch vor der ersten Pause aus. Der Schwede Daniel Brodin brachte die Gäste in Führung. In der Folge wankte der Meister phasenweise bedenklich, verzeichnete zudem bei zwei Pfostenschüssen (Arcobello und Grégory Sciaroni) Pech. Aber ihm gelang in Überzahl der Ausgleich (36. Thomas Rüfenacht).

Im Schlussdrittel rückte Gottéron-Torhüter Berra mit zwei Aktionen in den Fokus. Zuerst parierte er stark mit dem rechten Beinschoner gegen Vincent Praplan. Danach bugsierte er den Puck nach einem Schuss Ramon Untersanders gleich selbst über die Linie. Es war das spielentscheidende Tor, weil die Gäste nicht mehr reagieren konnten. Tristan Scherwey traf noch ins verlassene Gehäuse zum Endstand.

Leader ZSC unterliegt Lugano

Die ZSC Lions verlieren in Lugano mit 1:3, bleiben aber Leader. Simon Bodenmann kann für die Zürcher im Schlussdrittel nur noch verkürzen, der Sieg der Tessiner geht in Ordnung. Der ZSC hinterlässt wie schon am Freitag gegen Rapperswil-Jona einen zwiespältigen Eindruck, auch wenn er da aus einem 0:3 noch ein 5:4 nach Penaltyschiessen machte. Und hatten sich die ZSC Lions vorgenommen, einen besseren Start zu erwischen als am Vorabend, dann konnte man bloss mit einer Portion Ironie festhalten, dass das gelang. Gegen die Lakers lagen die Zürcher nach 107 Sekunden 0:3 zurück, in Lugano kassierten sie nach 104 Sekunden erst das 0:1. Dominic Lammer genoss bei seinem achten Saisontor alle Freiheiten im Zürcher Slot.

Es war ein erneuter Zürcher Fehlstart, der zunächst nichts Gutes erahnen liess für die Lions, doch mit ganz kleinen Schritten fanden die Zürcher immer besser ins Spiel, allerdings ohne wirklich überzeugen zu können. In der Offensive tat sich der ZSC lange Zeit sehr schwer, Torchancen zu kreieren, der früh eingehandelte 0:1-Rückstand hatte auch nach zwei Dritteln Bestand. Eine Reaktion der Lions im Schlussdrittel erfolgte zwar, allerdings viel zu spät. Lugano legte nach weiteren Zürcher Fehlern in der Zuteilung mit zwei schnellen Toren vor, führte 3:0 und konnte mit defensiv sauberem Spiel den Zürcher Ansturm nach dem Anschlusstreffer Bodenmanns meist problemlos parieren.

Frühe Lakers-Tore und Clarks Gala

Servette erwischte nach zuletzt drei Auswärtssiegen einen schlechten Start, schon nach knapp 11 Minuten führten die Lakers 3:0. Clark war mit zwei Toren und einem Assist bei allen diesen Treffern beteiligt, der Kanadier hält sich mit nunmehr 14 Torerfolgen in der Gruppe der kaltblütigsten Vollstrecker. Miranda brachte 19 Sekunden vor Schluss des Mittelabschnitts etwas Hoffnung für die Genfer zurück, zwei Minuten vor Spielende zerstörte Kristo diese mit seinem fünften Saisontor. Für die St. Galler war es der dritte Sieg in den letzten zwölf Partien, sie vergrössern damit den Vorsprung auf den Tabellenletzten Ambri-Piotta auf fünf Punkte.

Zug weiter im Aufwind

Man merkte anfänglich nichts davon, dass der EVZ vier der letzten fünf Spiele daheim verloren hatte und das drittschlechteste Heimteam der Liga ist. Offensiv und spektakulär starteten die Zentralschweizer und führten nach einem Drittel folgerichtig 3:0. Zwei Powerplaytore durch Huguenin und Kuonen brachten die Emmentaler ins Spiel zurück, ehe Hofmann mit seinem 17. Saisontor auf 4:2 erhöhte, Goalie Genoni gab ein siegreiches Comeback in seinem ersten Einsatz seit dem 15. November. Der so enttäuschend in die Meisterschaft gestartete EVZ hat damit aus den letzten sechs Partien 16 Punkte geholt, Langnau nun auswärts viermal in Serie verloren.

Der HCD weiter heimstark

Durch zuletzt drei Niederlagen in Meisterschaft und Champions Hockey League und 1:8 Meisterschaftspunkte gegen Davos liess sich Lausanne anfänglich nicht beirren. Nach zwei Dritteln lautete das Schussverhältnis in Davos 32:12 für das Team von Ville Peltonen, das Tor durch Nodari kurz vor Spielmitte war zu knapper Lohn. Die Bündner steckten aber nicht auf und erreichten dank dem zweiten Saisontreffer von Routinier und Vorzeigekämpfer Ambühl noch die Verlängerung. Dort begann Lausanne in Überzahl, Luca Hischier sicherte dem HCD aber 44 Sekunden vor Ende der Overtime den siebten Sieg im neunten Spiel in der Vaillant-Arena.

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Telegramme:

Bern - Fribourg-Gottéron 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) 16'461 Zuschauer. - SR Wiegand/Tscherrig, Kaderli/Cattaneo.Tore: 8. Arcobello (Ebbett, Untersander/Ausschluss Stalder) 1:0. 17. Gunderson (Desharnais, Mottet) 1:1. 30. Brodin (Walser, Abplanalp) 1:2. 36. Rüfenacht (Ebbett, Untersander/Ausschluss Schmutz) 2:2. 50. Moser (Untersander, Arcobello) 3:2. 60. (59:46) Scherwey 4:2 (ins leere Tor).Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.PostFinance-Topskorer: Arcobello; Gunderson.Bern: Karhunen; Andersson, Beat Gerber; Untersander, Henauer; Burren, Blum; Colin Gerber; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Sciaroni, Ebbett, Scherwey; Praplan, Mursak, Kämpf; Berger, Heim, Spiller; Jeremi Gerber.Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Stalder; Abplanalp, Furrer; Kamerzin, Chavaillaz; Marti; Brodin, Bykow, Stalberg; Rossi, Walser, Marchon; Sprunger, Desharnais, Mottet; Vauclair, Schmutz, Schmid; Lauper.Bemerkungen: Bern ohne Schlegel, MacDonald (beide überzählig), Krueger, Grassi, Bieber und Pestoni, Fribourg-Gottéron ohne Forrer (alle verletzt). Pfostenschüsse Arcobello (21.) und Sciaroni (36.). Fribourg von 58:45 bis 59:46 ohne Torhüter.

Lugano - ZSC Lions 3:1 (1:0, 0:0, 2:1) 5890 Zuschauer. - SR Lemelin/Dipietro, Progin/Huguet.Tore: 2. Lammer (Romanenghi) 1:0. 43. (42:19) Zangger (Walker, Jörg) 2:0. 44. (43:21) Riva (Chiesa) 3:0. 46. Bodenmann (Hollenstein) 3:1.Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lugano, 4mal 2 plus 10 Minuten (Noreau) gegen ZSC Lions.PostFinance-Topskorer: Fazzini; RoeLugano: Zurkirchen; Postma, Chorney; Vauclair, Loeffel; Chiesa, Riva; Jecker; Klasen, Lajunen, Bürgler; Fazzini Sannitz, Bertaggia; Lammer, Romanenghi, Suri; Jörg, Haussener, Zangger.ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Pius Sutter, Roe, Wick; Bodenmann, Diem , Hollenstein; Brüschweiler, Schäppi, Pettersson; Simic, Sigrist, Pedretti.Bemerkungen: Lugano ohne Morini und Wellinger. ZSC Lions ohne Blindenbacher, Chris Baltisberger, Krüger, Prassl (alle verletzt) und Sutter (krank). - ZSC ab 57:05 ohne Goalie. - Timeout ZSC (58.).

Rapperswil-Jona Lakers - Genève-Servette 4:1 (3:0, 0:1, 1:0) 3613 Zuschauer. - SR Stricker/Hendry, Schlegel/Steenstra.Tore: 4. Clark (Kristo, Egli/Ausschluss Douay) 1:0. 9. Clark (Cervenka, Forrer) 2:0. 11. Forrer (Cervenka, Clark) 3:0. 40. (39:41) Miranda (Smirnovs) 3:1. 58. Kristo (Rowe, Egli) 4:1.Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.PostFinance-Topskorer: Egli; Wingels.Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Schmuckli; Egli, Randegger; Maier, Schneeberger; Dufner; Dünner, Rowe, Kristo; Clark, Cervenka, Forrer; Mosimann, Schlagenhauf, Wetter; Gurtner, Ness, Rehak.Genève-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Jacquemet, Mercier; Völlmin, Le Coultre; Smons; Wingels, Richard, Rod; Maillard, Fehr, Winnik; Patry, Smirnovs, Miranda; Douay, Kast, Riat.Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Wellman (überzähliger Ausländer), Hüsler, Hächler, Casutt, Profico, Simek, Schweri und Loosli. Genève-Servette ohne Berthon, Descloux, Fritsche, Wick (alle verletzt), Tömmernes (krank) und Bozon (gesperrt).

Zug - SCL Tigers 5:2 (3:0, 1:2, 1:0) 6543 Zuschauer. - SR Müller/Holm, Kovacs/Gnemmi.Tore: 9. Kovar (Martschini) 1:0.10. Simion 2:0. 14. Diaz (Kovar/Ausschluss DiDomenico) 3:0. 26. Huguenin (DiDomenico/Ausschluss Thiry) 3:1. 35. Kuonen (Diem/Ausschluss Kovar) 3:2. 38. Hofmann (Zryd) 4:2. 49. Martschini (Diaz/Ausschluss Earl) 5:2.Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 3mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers.PostFinance-Topskorer: Hofmann; Pesonen.Zug: Genoni; Schlumpf, Zgraggen; Diaz, Zryd; Thiry, Alatalo; Morant; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, Zehnder; Simion, McIntyre, Meyer; Langenegger, Albrecht, Leuenberger.SCL Tigers: Punnenovs/Ciaccio (ab 21.); Cadonau, Schilt; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Huguenin; Schmutz, Maxwell, Earl; DiDomenico, Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Andersons, In-Albon, Rüegsegger.Bemerkungen: Zug ohne Bachofner, Stadler, Schnyder, Thorell und Senteler. SCL Tigers ohne Blaser, Dostoinow (alle verletzt) und Gagnon (überzähliger Ausländer). - Pfosten-Lattenschüsse: 16. Huguenin, 36. Lindberg. - 22. Glauser verletzt ausgeschieden. - 60. Albrecht verschiesst Penalty.

Davos - Lausanne 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0) n.V. 4629 Zuschauer. - SR Salonen/Nikolic, Obwegeser/Kehrli.Tore: 30. Nodari (Jooris) 0:1. 51. Ambühl (Palushaj, Nygren) 1:1. 65. (64:16) Hischier (Lindgren, Rantakari) 2:1.Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Lausanne.PostFinance-Topskorer: Lindgren; Jeffrey.Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Jung; Du Bois, Barandun; Rantakari, Kienzle; Heinen; Ambühl, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Bader; Herzog, Egli, Frehner; Canova, Marc Aeschlimann, Eggenberger.Lausanne: Boltshauser; Grossmann, Genazzi; Heldner, Junland; Lindbohm, Frick; Nodari, Oejdemark; Moy, Jeffrey, Vermin; Bertschy, Emmerton, Herren; Traber, Jooris, Kenins; Roberts, Froidevaux, Leone.Bemerkungen: Davos ohne Baumgartner (U20-B-WM mit Österreich), Guerra, Dino Wieser, Marc Wieser, Paschoud, Stoop (alle verletzt) und Tedenby (überzähliger Ausländer), Lausanne ohne Antonietti und Almond (beide verletzt). Pfostenschüsse Du Bois (2.) und Eggenberger (13.).

Rangliste: 1. ZSC Lions 27/51 (91:64). 2. Davos 24/47 (81:69). 3. Biel 27/46 (71:65). 4. Genève-Servette 28/46 (77:72). 5. Zug 24/43 (82:69). 6. Lausanne 27/42 (76:74). 7. SCL Tigers 26/36 (66:77). 8. Fribourg-Gottéron 26/35 (62:67). 9. Bern 27/35 (75:86). 10. Lugano 28/34 (69:78). 11. Rapperswil-Jona Lakers 27/32 (73:88). 12. Ambri-Piotta 25/27 (58:72).

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.