Verbale Entgleisung: SCB-Rüfenacht bereut «Behinderten»-Aussage
Aktualisiert

Verbale EntgleisungSCB-Rüfenacht bereut «Behinderten»-Aussage

Nach der 4:5-Penaltyniederlage gingen bei Thomas Rüfenacht die Emotionen hoch. Nun hat sich der SCB-Stürmer für seine Wortwahl entschuldigt.

von
kai

Der SCB schreibt zum Video: «Thomas Rüfenacht hat in einem sehr emotionalen Medien-Interview am Samstag nach dem Spiel gegen den HC Lugano unter anderem von einem «behinderten Viertlinienspieler» des Gegners gesprochen. Der SCB-Stürmer entschuldigt sich – auch im Namen der gesamten Organisation des SCB – vollumfänglich für diese verbale Entgleisung.» (Video: SCB)

Thomas Rüfenacht ist eine Wohltat. In Zeiten faden Einheitsbreis, den Spieler den Medien nach einem Match gern auftischen, redet der Nationalstürmer so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Nachdem sein SCB am Samstag gegen Lugano ein 4:1 verspielt und 4:5 nach Penaltyschiessen verloren hatte, erklärte Rüfenacht, warum er sich trotz Provokationen nicht zu einem Faustkampf hinreissen liess. «Ich lasse mich doch nicht von diesen behinderten Viertlinienspielern wie (Julian) Walker aus dem Spiel nehmen», sagte er.

Obwohl ihn Lugano-Captain Alessandro Chiesa mit mehreren Faustschlägen eindeckte, hielt sich Rüfenacht zurück: «Wären in unserer Liga Faustkämpfe erlaubt, hätte ich die Handschuhe fallen lassen, wir hätten ‹gschleglet›, wären für fünf Minuten auf die Strafbank gegangen und zurückgekehrt», sagte der 32-Jährige. «Aber so? Ich finde es nicht lustig, sechs Schläge in die Fresse zu kassieren. Aber ich riskiere doch keine Spieldauerdisziplinarstrafe und eine Busse wegen einer Schlägerei. Ich will spielen – und einen so unbeweglichen Verteidiger wie Chiesa möchte ich ohnehin lieber auf dem Eis sehen. Für uns ist es ein Vorteil, wenn er spielt.»

«Das falsche Wort gebraucht»

So unterhaltsam Rüfenachts Wortmeldung auch war: Dass er den Ausdruck «behindert» verwendete, war denkbar unglücklich und sorgte mancherorts für Empörung. Im Wissen darum entschuldigte sich der in den USA aufgewachsene Haudegen via SCB-Website mit einer Video-Botschaft. «Ich habe am Samstagabend ein Wort gebraucht, das ich nicht brauchen sollte. Das tut mir von Herzen leid. So etwas sollte nie vorkommen. In der Hitze des Gefechts mit all den Emotionen ist es für mich als Zweisprachigen manchmal schwierig, mich auszudrücken. Ich habe einfach das falsche Wort gebraucht. Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen.»

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