SCB verliert zuhause - ZSC immer stärker
Aktualisiert

SCB verliert zuhause - ZSC immer stärker

An der Spitze der NLA ist es nach der 4:6-Pleite des SC Bern gegen Genf-Servette und dem 8:3-Sieg von Kloten gegen Fribourg zum Zusammenschluss gekommen. In den hinteren Regionen kommen die ZSC Lions immer besser in Schwung: Das 4:2 in Ambri war bereits der 3. Sieg der Zürcher in Serie.

In der 13. NLA-Runde kam es an der Ranglistenspitze zum Zusammenschluss. Leader Bern (4:6 gegen Servette) verlor nach acht Spielen wieder, hinter dem spielfreien Davos liegen die Kloten Flyers (8:3 gegen Fribourg) und Servette nur noch einen Punkt zurück.

Die ZSC Lions setzten ihren Siegeszug aus der Krise mit dem 4:2 in Ambri fort und arbeiteten sich auf Rang 7 vor. Weil Zug (3:2 in Rapperswil) und überraschend auch die SCL Tigers (4:1 gegen Meister Lugano) gewannen und vorrückten, beträgt der Vorsprung der Lions auf Platz 9 nur zwei Punkte. Zudem haben die Zürcher, die ihren Formstand am Sonntag gegen Leader Bern messen können, mindestens ein Spiel mehr ausgetragen als die ärgsten Konkurrenten.

ZSC weiter mit steigender Tendenz

Auch Ambri gelang es nicht, das wiedergefundene Selbstvertrauen der ZSC Lions nachhaltig zu beeinflussen. Mit dem 4:2 in der Leventina setzte der ZSC den beschwerlichen Weg aus der Krise fort.

Ohne die ZSC-Leistung schmälern zu wollen, machte es Ambri den Zürchern bei deren drittem Sieg in Serie innert Wochenfrist allzu einfach. Zur offensivem Harmlosigkeit gesellten sich beim Heimteam immer wieder haarsträubende Fehler in der Abwehrarbeit. Allein im Mitteldrittel konnten die Lions vier Mal allein auf Goalie Thomas Bäumle zufahren. Ein solcher Vorstoss führte in der 24. Minute zum entscheidenden 3:0, als Michel Zeiter in Unterzahl mit einem «blinden» Pass den mitlaufenden Thierry Paterlini mustergültig bediente.

Beim ersten Auswärtserfolg in Ambri seit dem Playoff-Viertelfinal (5. März 2005) stachen zwei ehemalige Tessiner Akteure aus dem starken ZSC-Kollektiv heraus. Robert Petrovicky wirbelte wie in alten (Ambri-)Zeiten und nützte die ihm gewährten Freiheiten zu zwei Toren. Zwei Mal hatte Witali Lachmatow die perfekte Vorarbeit geleistet. Dass die beiden Techniker die Negativserie ihres alten Klubs auf sechs sieglose Spiele in Folge verlängerten, dürfte ihnen herzlich egal sein.

Erste Berner Heinniederlage

Nach sechs teilweise überzeugenden Heimsiegen musste der SCB in der BernArena erstmals als Verlierer vom Eis. In einer spektakulär und körperbetont geführten, aber von vielen Fehlern geprägten Partie verlor der Leader gegen Servette 4:6.

Die Genfer entschieden die Partie im letzten Drittel: Der überragende Schweizer Internationale und PostFinance-Topskorer Goran Bezina, Yorick Treille und fünf Sekunden vor Schluss ins leere Tor Serge Aubin machten aus einem 3:4 ein 6:4.

Bern ging durch Marc Reichert 1:0, durch Doppeltorschütze Patrik Bärtschi 2:1 und durch Daniel Meier 4:3 dreimal in Führung, hatte aber Mühe mit dem körperbetonen Spiel der Servettiens. Insbesondere in Überzahl offenbarte der SCB, der bisher das stärkste Powerplay der Liga vorgewiesen hatte, ungewohnte Schwächen. Aus elf Möglichkeiten resultierte nur ein Treffer (2:1).

Genf scheint in dieser Saison der Angstgegner des Titelaspiranten zu sein: Nach dem 1:4 im Saison-Auftaktspiel unterlag der SCB, der sonst nur noch in Rapperswil (1:4) verlor, bereits zum zweiten Mal dem Team von Trainer Chris McSorley.

Fribourg im Schluefweg «überfahren»

Auch Fribourg fiel im Schluefweg dem Klotener Tempospiel zum Opfer. Nach dem 1:7 im Startspiel resultierte für die Freiburger auch im zweiten Aufeinandertreffen in dieser Saison (3:8) eine deftige Niederlage.

Zu Spielbeginn versuchte das Team von Serge Pelletier in Sachen Schnelligkeit noch mitzuhalten. Dieses Vorhaben wurde durch den raschen Führungstreffer Cédric Botters (4.) auch umgesetzt. Mit Fortdauer des ersten Drittels fanden die heimstarken Klotener immer besser in den Rhythmus und kehrten die Partie in weniger als acht Minuten. Als die Flyers mit einem Doppelschlag durch klassische Kontertore innerhalb von 33 Sekunden auf 5:1 erhöhten (28.), war es um Fribourg geschehen. Durch Nachlässigkeiten liess Kloten den überforderten NLA-Letzten zwar bis auf zwei Tore herankommen, schuf mit einer erneuten Temposteigerung aber die letztlich klare Differenz. In sieben Heimspielen hat Kloten bereits 40 Tore erzielt.

Rapperswil im spielerischen Tief

Rapperswil-Jona ist in einer «Mini»-Krise. Das Team von Trainer Bill Gilligan verlor beim 2:3 gegen Zug zum dritten Mal in Folge. Vor allem spielerisch passte bei den St. Gallern wenig zusammen.

Zug auf der anderen Seite bestätigte seinen Aufwärtstrend und kam nicht unverdient zum zweiten Auswärtssieg. Duri Camichel und Barry Richter schossen den EVZ im zweiten Drittel mit zwei Powerplay-Treffern innerhalb von 53 Sekunden 2:1 in Führung. Rapperswil konnte zwar noch einmal reagieren und glich umgehend zum 2:2 (Murray) aus, auf das 3:2 der Zuger durch Oleg Petrov vermochten sie aber nicht mehr zu reagieren.

Wie im letzten Heimspiel gegen die ZSC Lions (5:7) ging Rapperswil-Jona 1:0 (9./Eloranta) in Führung, liess danach aber den körperbetonten Einsatz vermissen. Zu oft gewährten sie dem EVZ zuviel Raum. Im letzten Drittel (0:0) konnten sie auch offensiv nicht mehr zulegen, während die Innerschweizer sich auf das Verwalten des Vorsprungs beschränkten.

Effizientes Langnauer Powerplay

Ein ausnahmsweise effizientes Powerplay ebnete den SCL Tigers den Weg zum 4:1-Sieg gegen Meister Lugano. Nach zuletzt sechs sieglosen Duellen gegen die Tessiner war der Erfolg der vierte Heimsieg der Emmentaler hochverdient.

Zwischen der 18. und der 37. Minute zeigte Langnau die bisher beste Saisonleistung und schoss vier Treffer zum Schlussstand von 4:1. Dreimal nützte das Team von Trainer Christian Weber dabei eine Überzahlsituation aus. Das Powerplay war in dieser Saison bisher die grösste Schwäche der Langnauer gewesen. Verteidiger Marc Leuenberger war Doppeltorschütze. Lugano begann zwar stark und ging in der 3. Minute durch Landon Wilson 1:0 in Führung. Nach dem Ausgleich bauten die Tessiner aber ab und wiesen Mängel in der Defensive aus. Es war bereits die sechste Niederlage Luganos im siebten Auswärtsspiel.

NLA, 13. Runde. Am Freitag:

Ambrì-Piotta - ZSC Lions 2:4 (0:2, 2:2, 0:0)

Valascia. - 3508 Zuschauer (Saison-Minusrekord). - SR Kunz, Wehrli/Wirth.

Tore: 4. Stoffel (Suchy, Petrovicky/Ausschluss Mattioli) 0:1. 12. Petrovicky (Lachmatow, Alston) 0:2. 24. Paterlini (Zeiter/Ausschluss Suchy!) 0:3. 27. (26:55) Cereda (Demuth, Somervuori) 1:3. 28. (27:19) Petrovicky (Lachmatow, Pavlikovsky) 1:4. 37. Trudel (Domenichelli) 2:4.

Strafen: Je 6mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Trudel; McTavish.

Ambri: Bäumle; Dubois, Hedin; Mattioli, Celio; Schumacher, Gianini; Tallarini; Lehterä, Domenichelli, Trudel; Somervuori, Cereda, Demuth; Imperatori, Pont, Baldi; Bianchi, Siritsa, Schena.

ZSC Lions: Sulander; Stoffel, Suchy; Blindenbacher, Forster; Kout, Seger; Leeger; Petrovicky, Pavlikovsky, Lachmatow; McTavish, Alston, Wichser; Helfenstein, Zeiter, Paterlini; Bieber, Lukas Grauwiler, Lindemann.

Bemerkungen: Ambri ohne Kostovic, Toms (beide verletzt) und Höhener (krank), ZSC Lions ohne Schnyder, Steiner (beide verletzt) und Stirnimann (krank). - Ambri erstmals mit Tero Lehterä (Fi).

Bern - Genf-Servette 4:6 (1:1, 3:2, 0:3)

BernArena. - 14 856 Zuschauer. - SR Vinnerbourg (Sd), Sommer/Stähli.

Tore: 3. Reichert (Steinegger) 1:0. 12. Law (Mercier) 1:1. 23. Bärtschi (Gerber/Ausschluss Law) 2:1. 24. (23:28) Aubin (Rytz, Keller/Ausschluss Gerber) 2:2. 25. (24:20) Mercier (Breitbach) 2:3. 28. Bärtschi (Berglund, Dominic Meier) 3:3. 38. Daniel Meier (Raffainer, Thomas Ziegler) 4:3. 50. Bezina (Keller, Law/Ausschluss Gamache) 4:4. 55. Treille (Fedulov) 4:5. 60. (59:55) Aubin (Law) 4:6 (ins leere Tor).

Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Steinegger) gegen Bern, 11mal 2 plus 10 Minuten (Gobbi) gegen Genf-Servette.

PostFinance-Topskorer: Gamache; Bezina.

Bern: Bührer; Gerber, Steinegger; Jobin, Söderholm; Dominic Meier, Kobach; Rolf Ziegler; Daniel Meier, Thomas Ziegler, Rüthemann; Bärtschi, Bordeleau, Reichert; Berglund, Dubé, Gamache; Camichel, Raffainer.

Genf-Servette: Mona; Gobbi, Keller; Bezina, Mercier; Schilt, Horak; Rytz, Breitbach; Cadieux, Trachsler, Déruns; Wright, Aubin, Law; Fedulow, Meunier, Treille; Rivera, Knöpfli, Savary.

Bemerkungen: Bern ohne Rötheli, Furrer (beide verletzt) und Lapointe (Vertrag ausgelaufen); Genf-Servette ohne Grosek (für 2 Spiele an Fribourg ausgeliehen). 25. (24:20) Timeout Bern. Bern von 59:24 bis 59:55 ohne Torhüter.

Kloten Flyers - Fribourg 8:3 (3:1, 3:2, 2:0)

Schluefweg. - 4135 Zuschauer. - SR Prugger, Kehrli/Simmen.

Tore: 4. Botter (Neuenschwander) 0:1. 8. Lindemann (Pittis, Rintanen) 1:1. 12. Lemm (Herperger, Rintanen/Ausschlüsse Grosek, Bielmann) 2:1. 16. Damien Brunner (Rothen) 3:1. 27. (26:45) Rintanen (Pittis, Hamr) 4:1. 28. (27:18) Rothen (Damien Brunner, Herperger) 5:1. 28. (27:46) Montandon (Plüss, Sprunger) 5:2. 33. Grosek (Holden) 5:3. 35. Wick (Stephan, Kellenberger) 6:3. 43. (42:03) Rothen (Damien Brunner, Hamr) 7:3. 43. (42:36) Bühler (Jenni, Lemm) 8:3.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Kloten, 10mal 2 Minuten gegen Fribourg.

PostFinance-Topskorer: Rintanen; Sarno.

Kloten: Rüeger (ab 56:02 Pfister); Von Gunten, Hamr; Brimanis, Klöti; Schulthess, Hofer; Stephan; Lindemann, Pittis, Rintanen; Rothen, Herperger, Damien Brunner; Bühler, Jenni, Lemm; Ehrensperger, Kellenberger, Wick.

Fribourg: Munro; Redlih, Ngoy; Reist, Birbaum; Studer, Marquis; Haldimann, Berger; Holden, Sarno, Monnet; Plüss, Montandon, Sprunger; Botter, Bastl, Neuenschwander; Bielmann, Grosek, Zenhäusern.

Bemerkungen: Kloten ohne Guignard und Stancescu, Fribourg ohne Balej, Bykow und Vauclair (alle verletzt). - Fribourg erstmals mit Michal Grosek (Tsch). - Timeout: 28. Fribourg.

Rapperswil-Jona Lakers - Zug 2:3 (1:0, 1:3, 0:0)

Lido. - 4615 Zuschauer. - SR Reiber, Mauron/Rebillard.

Tore: 9. Eloranta (Roest, Koivisto) 1:0. 25. (24:28) Camichel (Hallberg/Ausschlüsse Schrepfer; Petrov) 1:1. 26. (25:21) Richter (Di Pietro, Maneluk/Ausschluss Schrepfer, Koivisto; Petrov) 1:2. 27. Murray (Czerkawski, Kamber) 2:2. 37. Petrov (Christen) 2:3.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 11mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Roest; Di Pietro.

Rapperswil-Jona: Streit; Koivisto, Fischer; Geyer, Bayer; Guyaz, Schefer; Gmür; Nordgren, Roest, Eloranta; Czerkawski, Kamber, Murray; Walser, Bütler, Schrepfer; Bärtschi, Micheli, Morger.

Zug: Weibel; Richter, Sutter; Back, Hallberg; Kress, Fazio; Ott, Diaz; Petrov, Di Pietro, Christen; Duca, Camichel, Maneluk; Schnyder, Oppliger, Casutt; Bürgler, Piros, Meier.

Bemerkungen: Pfostenschüss Schefer (33.) und Camichel (47.). Rapperswil-Jona ab 59:15 ohne Torhüter.

SCL Tigers - Lugano 4:1 (1:1, 3:0, 0:0)

Ilfis. - 4133 Zuschauer. - SR Kurmann, Hofmann/Schmid.

Tore: 3. Wilson (Jeannin/Ausschluss Lüthi) 0:1. 18. Leuenberger (Sutter, Tuomainen/Ausschluss Wilson) 1:1. 30. Lüthi (Miettinen, Siren/Ausschluss Wallin) 2:1. 35. Jinman 3:1. 40. (39:02) Leuenberger (Stettler, Liniger/Ausschluss Strudwick) 4:1.

Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Liniger) gegen SCL Tigers, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Tuomainen; Hentunen.

SCL Tigers: Schoder; Lüthi, Fast; Stettler, Leuenberger; Ramholt, Christian Moser; Blum, Aegerter; Jinman, Siren, Miettinen; Neff, Liniger, Joggi; Tuomainen, Sutter, Högardh; Rizzello, Gerber, Debrunner.

Lugano: Züger (ab 39:02 Flückiger); Hänni, Tärnström; Julien Vauclair, Strudwick; Snell, Cantoni; Näser, Gardner, Jeannin; Hentunen, Wallin, Reuille; Tristan Vauclair, Romy, Wilson; Balerna, Wirz, Murovic.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Schürch (verletzt) und Stephan Moser (überzählig); Lugano ohne Conne, Sannitz, Hirschi, Chiesa (alle verletzt) und Liimatainen (überzähliger Ausländer). 19. Pfostenschuss Gerber. 48. Lattenschuss Hentunen.

Rangliste: 1. Bern 13/28. 2. Davos 13/26. 3. Kloten Flyers 13/25 (66:43). 4. Genf-Servette 13/25 (50:42). 5. Lugano 13/22. 6. Rapperswil-Jona Lakers 13/20. 7. ZSC Lions 15/18. 8. Zug 14/17. 9. SCL Tigers 13/16 (27:39). 10. Ambri-Piotta 13/16 (37:47). 11. Basel 14/15. 12. Fribourg 13/12 (37:52). (si)

Guignard längere Zeit out: Fabian Guignard wird den Kloten Flyers wohl längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Der 30-jährige Verteidiger muss sich in ärztliche Behandlung begeben, nachdem sich der Zustand der Nackenmuskulatur nach seiner fünften Hirnerschütterung verschlechtert hat. Guignard hatte sich die Verletzung beim 5:3 in Davos vor einer Woche Anfang des zweiten Drittels zugezogen.

NLA-Skorerliste: 1. Kimmo Rintanen (Kloten) 26 Punkte (10 Tore/16 Assists). 2. Stacy Roest (Rapperswil-Jona) 23 (5/18). 3. Domenico Pittis (Kloten) 22 (8/14). 4. Simon Gamache (Bern) 20 (3/17). 5. Radek Hamr (Kloten) 20 (2/18). 6. Paul Di Pietro (Zug) und Jean-Guy Trudel (Ambri), je 18 (9/9). 8. Sébastien Bordeleau (Bern) 18 (6/12). 9. Dale McTavish (ZSC Lions) 17 (8/9). 10. Serge Aubin (Genf-Servette) 16 (10/6).

Die nächsten Spiele. Nationalliga A: Samstag, 28. Oktober. 14. Runde: Davos - SCL Tigers (19.45). Fribourg - Basel (19.45). Genf-Servette - Kloten Flyers (19.45). Lugano - Rapperswil-Jona (19.45). Zug - Ambri-Piotta (19.45). - Sonntag, 29. Oktober: ZSC Lions - Bern (15.45). - Dienstag, 31. Oktober. 15. Runde: Ambri-Piotta - Fribourg (19.45). Basel - Kloten Flyers (19.45). Bern - Davos (19.45). Rapperswil-Jona -Genf- Servette (19.45). SCL Tigers - Zug (19.45). ZSC Lions - Lugano (19.45).

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