Letztes Geleit: «Schacher Seppli»: Abschied von einer Schweizer Ikone
Aktualisiert

Letztes Geleit«Schacher Seppli»: Abschied von einer Schweizer Ikone

Der Schweizer Volksmusiker Ruedi Rymann ist an seinem Wohnort Giswil beigesetzt worden. Der bewegenden Abschiedszeremonie wohnte auch Bundesrat Samuel Schmid bei. Gegen 1500 Personen gaben Rymann das letzte Geleit.

Die Schweiz habe eine tragende Säule des Kulturgutes Volksmusik verloren, sagte der mit Rymann befreundet gewesene Bundesrat Schmid. «Tief in Gedanken, heiter im Geist», sei Rymann gewesen. Ein Antistar, naturverbunden und «träf» im Ausdruck. Seine Stimme werde noch lange in der Schweiz unterwegs sein.

Die Beisetzung fand in Giswil statt. Weil die Kirche St. Anton nicht alle Trauergäste fasste, wurde die Zeremonie über Lautsprecher in ein Zelt übertragen. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung Giswil kamen gegen 1500 Personen zur Beisetzung.

Im Kreise der Familie gestorben

Die Schweizer Volksmusikszene war unter anderen mit Monika Kälin, Sepp Trütsch und Viktor Eugster vertreten. Auch die aus Obwalden stammenden Unterhaltungschefin des Schweizer Fernsehens, Gabriela Amgarten, sowie der Künstler und Filmer Lukas Gasser waren dabei.

Der Obwaldner Regierungsrat Hans Wallimann schilderte Rymann als einen naturverbundenen Mann. Er trauere um einen grossen Musiker und Freund. Mit seinem «Schacher Seppli» habe er einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Volksmusik geleistet.

Als Vertreter der Familie sprach Peter Rymann, der Sohn des Verstorbenen, zur Trauergemeinde. Sein Vater habe, wie er es sich gewünscht habe, im Kreise der Familie sterben können, als die Kirche zum Beten läutete.

Schöpfer des «grössten Schweizer Hits»

Die Beisetzung wurde durch musikalische Darbietungen - Orgel, Volkslieder, Naturjodel und den Giswiler Betruf - umrahmt. Im Anschluss an die Feier in der Kirche wurde die Urne auf dem Friedhof mit Fahnendelegationen von rund zehn Verbänden beigesetzt.

Der Volksmusiker Ruedi Rymann starb am 10. September im Alter von 75 Jahren. Er schuf über 30 Volkslieder, darunter «Dr Schacher Seppli», das 2007 zum «grössten Schweizer Hit» gekürt wurde. Im selben Jahr wurde er mit dem Obwaldner Kulturpreis ausgzeichnet. Im vergangenen Frühling wurde er Ehrenbürger von Giswil.

Rymann wurde 1933 in Sarnen geboren. Er arbeitete als Knecht, Käser und Bauer. Ausserdem war er während mehr als 40 Jahren als Wildhüter tätig. Rymann war verheiratet und hinterlässt sechs Kinder und acht Grosskinder.

(sda)

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