Schachgenie gegen «Diktatur Putins»

Aktualisiert

Schachgenie gegen «Diktatur Putins»

Der frühere Schachweltmeister und Kremlkritiker Garry Kasparow tritt als Kandidat des Oppositionsbündnisses Anderes Russland bei der Präsidentschaftswahl im März an.

Bei einem Parteitag stimmten 379 der 494 Delegierten für Kasparow. Das Schachgenie setzte sich damit am Sonntag deutlich gegen seine Mitbewerber durch, zu denen auch Ex-Regierungschef Michail Kasjanow und der frühere Zentralbankchef Viktor Geratschenko gehörten.

Der 44-jährige Kasparow räumte nach der Wahl ein, dass seine Partei einen schwierigen Weg vor sich habe. Dazu gehörten Verhandlungen mit den anderen Oppositionsparteien, die untereinander zerstritten sind.

Kasparow war vor gut zwei Jahren in die Politik gegangen. Er wolle die «Diktatur Putins» herausfordern, kündigte Kasparow damals an. In kurzer Zeit wurde er einer der bekanntesten Führer der russischen Opposition.

Opposition einigenViele Bewerber

In Russland haben bereits viele Politiker ihre Bewerbung um die Nachfolge von Putin angekündigt. Putin selbst darf laut Verfassung keine dritte Amtszeit anstreben, obwohl ihn die meisten Russen Umfragen zufolge weiter gern als Präsident sehen würden.

Kasparow setzte sich bei der Abstimmung in Moskau unter anderem gegen dem beim Kreml in Ungnade gefallenen Ex-Regierungschef Michail Kasjanow durch. Kasjanow war im Streit um die Kandidatenkür allerdings schon vor Wochen aus dem Bündnis ausgetreten.

Er gründete Mitte September eine Partei mit dem Namen «Ein Volk für Demokratie und Gerechtigkeit» und will über diesen Weg bei der Präsidentenwahl als Kandidat antreten. (sda)

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