Ueli Maurer ohne zweite Impfung: «Schade, dass sich ein Magistrat so verhalten muss»
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Ueli Maurer ohne zweite Impfung«Schade, dass sich ein Magistrat so verhalten muss»

Wissenschaftler schiessen scharf gegen Finanzminister Ueli Maurer (70). Mit seinem Verzicht auf die zweite Impfung sabotiere er die Impfkampagne.

von
Daniel Waldmeier

Ueli Maurer lüftet das «Geheimnis» um seine Impfung.

Darum gehts

  • Ueli Maurers Verzicht auf die zweite Impfdosis bringt Wissenschaftler in Rage.

  • Sie werfen ihm vor, seiner Vorbildfunktion nicht gerecht zu werden.

Ueli Maurer hat nach eigenen Angaben auf die zweite Impfdosis verzichtet. Er sei so zäh, die erste Impfung sei schon «fast zu viel gewesen», sagte der SVP-Bundesrat am Freitag in einem Live-Stream seiner Partei auf Youtube (siehe Video oben).

Seither drücken Fachleute auf Social Media ihr Unverständnis über die Aussage aus. Maurer komme seiner Vorbildfunktion nicht nach, so der Tenor.

«Maurer steht in der Pflicht»

Dominique de Quervain, Neurowissenschaftler an der Uni Basel und Mitglied der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes, schreibt auf Twitter, wegen der Aussage könnten nun die, die sich für zäher als Ueli Maurer halten, ganz aufs Impfen verzichten. Aus medizinischer Sicht sei die Aussage absurd. «Gerade Bundesrat Maurer steht in der Pflicht, die Impfkampagne zu untermauern. Jeder Tag ohne genügend Immunität kostet die Schweiz 110 Millionen Franken.»

Der Berner Epidemiologe Christian Althaus schreibt: «Schade, dass ein Magistrat sich so verhalten muss.» Er wirft Maurer vor, eine erfolgreiche Pandemiebekämpfung zu sabotieren. Das Ex-Taskforce-Mitglied spielt unter anderem darauf an, dass Maurer im Juli zu SRF sagte, die Covid-App nicht installiert zu haben.

Zweite Dosis sollte spätestens innert sechs Wochen folgen

Auch der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Christoph Berger, tadelt Maurer. Mit seinem Verzicht auf die zweite Dosis des mRNA-Impfstoffs gehe dieser ein unnötiges Risiko ein. «Der Schutz durch die erste Dosis ist vorübergehend recht gut – die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nimmt aber zu, wenn nicht innert sechs Wochen die zweite folgt», sagte er zur «SonntagsZeitung». Nach der zweiten Dosis sei man dagegen zu 95 Prozent geschützt. «Wir können während einer Pandemie nicht auf unseren Finanzminister verzichten.»

Wolle Maurer die zweite Dosis für eine Risikoperson sparen, würde Berger dies an der Stelle des Bundesrates auch kommunizieren. Dessen Departement äussert sich bislang nicht zu den Beweggründen des Finanzministers. Offen bleibt, ob Maurer die zweite Dosis zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen gedenkt. Ebenso ist unklar, ob Maurer im Grunde die britische Impf-Strategie befürworten würde. So gab es auch hierzulande Stimmen, die forderten, in einem ersten Schritt möglichst viele Personen wenigstens einmal zu impfen. Das BAG lehnt dieses Vorgehen aber ab.

Schutz nach 1. Impfung

Ob Maurer den Impfstoff von Moderna oder von Biontech/Pfizer erhalten hat, ist nicht bekannt. Gemäss einer Studie, die im Dezember publiziert wurde, bietet der Biontech/Pfizer-Impfstoff nach einer einzelnen Dosis einen Impfschutz von 52 Prozent. Das Vakzin von Moderna bietet gemäss eigenen Angaben einen Impfschutz von 80,2 Prozent nach einer Dosis.

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