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Zweiter CL- StartplatzSchadet der FCZ der ganzen Fussball-Schweiz?

Im Lager des FC Zürich kann man auch vor dem Rückspiel in Maribor noch von der Champions League träumen, doch im Falle eines Scheiterns wäre der Schweizer Fussball in Gefahr, in den kommenden Jahren einen Champions-League-Startplatz wieder zu verlieren.

von
Lars Gansäuer

Zugegeben, die 5-Jahres-Wertung der UEFA ist kompliziert, aber auf deren Basis berechnet sich nun einmal ein Punkte-Koeffizient, der über die Vergabe der Startplätze im internationalen Wettbewerb entscheidet, also der Champions League und der Europa-Liga. Und durch den Wegfall des UI-Cups wurde einmal mehr an den Berechnungsgrundlagen herumgeschraubt und Multiplikatoren verändert. Aber eben diese Veränderungen brachten der Schweiz für die laufende Saison eine wichtige Veränderung: Ab 2010 darf auch das zweitplatzierte Team der Super League in der Champions-League-Quali starten.

Mehr Punkte in der Champions League

Die Hinspiel-Niederlage des FC Zürich ist eine schwere Hypothek für den Meister, aber in den Qualifikationsrunden der UEFA-Wettbewerbe gibt es für Siege oder Unentschieden noch keine Punkte, sondern lediglich für das Weiterkommen. Erst in der Champions League-Gruppenphase kann man dann so richtig etwas für sein Punktekonto tun. Das beste Beispiel ist hier der FC Thun, von dessen Erfolgen die Schweiz noch heute ungeheuer profitiert. Ohne die Berner Oberländer wäre ein zweiter Champions League- Startplatz nichts als ein verwegener Traum für den Schweizer Fussball. In diesem Jahr kann der FCZ viel für die Zukunft des Schweizer Fussballs auf internationalem Parkett tun, doch sollten die Zürcher gegen Maribor nicht weiterkommen, wären sie noch nicht ausgeschieden.

Die Europa-Liga als Rettungsanker

Die Letzi-Kicker würden eine weitere Chance in der Europa-Liga erhalten und würden dort in der Play-Off-Runde einsteigen. Zwar gibt es im früheren UEFA-Cup deutlich weniger Punkte zu gewinnen, doch hier besitzen die Zürcher eine reelle Chance, einige Siege zu landen, sofern sie nicht so spielen wie am Donnerstag gegen Maribor.

Zusammenhalten und Daumen drücken ist angesagt

Für die Schweiz wäre es also wichtig, dass der FC Zürich die Champions League erreichen würde. In der Europa-Liga bzw. auf dem Weg dahin gilt es jedoch ebenfalls, dem FC Basel, YB und Sion die Daumen zu drücken. Wenn Zürich seinen Champions-League-Traum jetzt begraben muss und zudem auch bald die Resultate des FC Thun aus der Fünf-Jahres-Wertung fallen, sieht es wieder finster aus rund um den zweiten Startplatz in der Champions League.

Die Setzliste bei Auslosungen:

Jede Mannschaft erhält einen Punktewert, der auf drei Stellen hinter dem Komma berechnet wird: Aus allen Resultaten aller Mannschaften eines Landes, die pro Saison international dabei waren, ergibt sich ein Durchschnittswert der erreichten Punkte. Relevant sind dabei jedoch nur die letzten fünf Jahre. 20% dieser Punktzahl wird jedem aktuellen Teilnehmer als eine Art Punktesockel bereits als Basiswert mitgegeben. In dieser Saison sind dies 5,050 Punkte. Dieser Koeffizient hat jedes schweizer Team also bereits „auf sicher“, wie es letzte Saison beispielsweise bei der AC Bellinzona der Fall war.

Zu diesem Wert hinzuaddiert werden die erreichten Punkte des einzelnen Teams, welche es in den letzten fünf Jahren zusätzlich erzielen konnte. Als Punkte werden jedoch nicht die Zähler gerechnet, wie in einer Tabelle der Super League, sondern hier sind Punkte gemeint, die es für internationale Erfolge gibt, also für das Erreichen einer weiteren Qualifikationsrunde oder Siege in der Gruppenphase. Dadurch ergibt sich in dieser Saison für die Schweizer Teilnehmer folgender Punktewert: FC Basel: 51,050, FC Zürich: 14,050, FC Sion: 8,050 und Young Boys: 6,050. Zum Vergleich: Der höchste Wert in dieser Tabelle ist derzeit jener vom FC Barcelona mit 121.853 Punkten.

Weil dies aber noch nicht kompliziert genug ist, gibt es eine weitere Zusatzregelung bei den Setzlisten: Schlägt eine ungesetzte Mannschaft eine gesetzte Mannschaft, übernimmt diese dann den höheren Punktwert des Gegners. Prominentester Nutzniesser dieser Sonderregelung war damals der FC Thun, der vor dem Einzug in die Gruppenphase den Punktewert von Dynamo Kiew erhielt und bei der Auslosung damit auf das ungesetzte Malmö FF aus Schweden traf.

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