Aktualisiert 10.02.2004 09:45

Schadstoffe gehen den Fischen an die Nieren

Wegen Verschmutzung und Bedrohung der Fischbestände in der Nord- und Ostsee hat der Umweltrat der Bundesregierung in Deutschland Alarm geschlagen.

Zu diesem Urteil kam der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen in seinem Sondergutachten zur Nord- und Ostsee. So sei der Kabeljau in der Nordsee weit unter der sicheren Erhaltungsgrenze.

Arten wie der europäische Aal seien sogar vom Aussterben bedroht. Als Grund wird insbesondere die massive Überfischung genannt.

Auch die hohen Schadstoff-Werte in den Meeren bereiten den Experten ebenso Sorgen wie Tourismus oder Schifffahrt. Der Rat verlangte daher «grundlegende Korrekturen» beim Meeresschutz und legte Empfehlungen dazu vor.

«Die Natur unserer Hausmeere befindet sich weiterhin auf dem Rückzug», mahnen die Umweltexperten in ihrem Gutachten. Vor allem in der Fischereipolitik, der Agrarpolitik und bei den Chemikalien seien einschneidende Änderungen nötig.

Dringend verlangt der Rat daher, dass die EU endlich die hohen Überkapazitäten der nationalen Fischerei-Flotten abbauen müsse. Die Fangquoten seien weit oberhalb der Empfehlungen festgelegt. Ansätze zur ökologischen Landwirtschaft müssten mit Nachdruck verfolgt werden, um die Düngung zu reduzieren.

(sda)

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