Aktualisiert 25.05.2010 05:51

«Heilige Überreste»

Schädel geschmuggelt - verhaftet

Ein 43-jähriger Schweizer wollte drei Schädel und rund 200 Knochen von angeblichen Heiligen aus Griechenland Richtung Deutschland schmuggeln. Weit kam er nicht.

von
nm
Die griechische Polizei präsentierte gestern einen Teil der beschlagnahmten Ware der beiden Schmuggler. (Bild: APF)

Die griechische Polizei präsentierte gestern einen Teil der beschlagnahmten Ware der beiden Schmuggler. (Bild: APF)

Ein 24-jähriger Diakon der griechisch-orthodoxen Kirche hatte die Überreste dem Elektroniker aus dem Kanton Zürich übergeben. Dieser versuchte damit am Pfingstwochenende von Saloniki Richtung Deutschland zu fliegen. Doch am Flughafen ging der Schweizer der Polizei ins Netz: In seinem Koffer befanden sich rund 200 Knochen in einem silbernen Reliquienschrein sowie drei Schädel, an denen Zettel mit Namen von Heiligen klebten. Einer der Schädel war gar mit St. Joachim angeschrieben, dem Vater von Maria, der Mutter Jesu. Die Befragung des Schweizers ergab, dass er die Überreste in Deutschland einem hochrangigen Geistlichen der russisch-orthodoxen Kirche verkaufen wollte, so die griechische Polizei.

Bei der gestrigen Hausdurchsuchung beim Diakon des Bistums von Sidirokastro nahe der bulgarischen Grenze stiess die Polizei zudem auf Betäubungsmittel, byzantinische Piktogramme, Kreuze, Münzen und Ringe sowie auf weitere 505 Knochen und 15 Schädel. Deren Herkunft wird nun von Experten untersucht. Der Schweizer und der Diakon müssen sich derweil ab heute wegen Leichenschändung, schwerem Diebstahl und Schmuggel von Antiquitäten vor dem Haftrichter verantworten. (nm/20 Minuten/sda)

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