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«Loch im Kopf»Schädeloperationen vor 6000 Jahren

Unter dem Titel «Loch im Kopf» informiert eine Ausstellung im Natur-Museum Luzern über das erstaunliche Phänomen von keltischen Schädeloperationen.

Gefunden wurde dieser Schädel in einem keltischen Gräberfeld in Sion. Die Patientin – eineältere Frau – hat die Schädeloperation gut überstanden, die Öffnung ist gut verheilt. Leihgeber: Kantonales Museum für Archäologie Sion (© François Mariéthoz, ARIA Investigations Archéologiques SA).

Gefunden wurde dieser Schädel in einem keltischen Gräberfeld in Sion. Die Patientin – eineältere Frau – hat die Schädeloperation gut überstanden, die Öffnung ist gut verheilt. Leihgeber: Kantonales Museum für Archäologie Sion (© François Mariéthoz, ARIA Investigations Archéologiques SA).

Bereits vor 6000 Jahren wurden in der Schweiz erfolgreich Schädeloperationen durchgeführt. Mit einer spitzen Feuersteinklinge wurde der Schädelknochen abgeschabt, bis ein kreisrundes Loch entstand. Erstaunlich: 70 bis 80 Prozent der Patienten überlebten die Eingriffe.

Wie die Patienten die riskanten Eingriffe erlebten, ist leider nicht mehr zu erfahren. Auf die heute üblichen starken Narkosemittel mussten sie jedenfalls verzichten. Doch versuchte man schon damals, die Schmerzen zu lindern, beispielsweise durch das berauschende Bilsenkraut oder mit Mohnsamen.

Die von Naturhistorischen Museum Basel gestaltete Ausstellung umfasst zwölf Schädel und «Operationsbesteck», wie es von der jüngeren Steinzeit bis ins frühe Mittelalter verwendet wurde. Zu sehen sind in der Ausstellung, die bis am 7. November läuft, auch Haifischzähne und Muschelschalen, die im Südpazifik noch im 20. Jahrhundert für das Öffnen von Schädeln benutzt wurden.

In Luzern werden die Schädel in einer «Grabkammer» wirkungsvoll in Szene gesetzt. Dabei können sich die Besucher als Detektive betätigen und den Ursachen der Schädellöcher nachspüren. Denn nicht alle Löcher gehen auf Operationen zurück: manche sind angeboren, andere durch Krankheiten oder Kampf verursacht.

(sda)

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