Erdbeben Türkei: Schäden auf 84,1 Milliarden Dollar geschätzt

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TürkeiSchäden nach Erdbeben – so viele Milliarden könnte die Tragödie kosten

Der türkische Arbeitgeberverband Türkonfed rechnet damit, dass das Erdbeben in der Türkei Schäden im zweistelligen Milliardenbereich verursacht hat. 

Den Schweizer Rettungskräften ist es gelungen, mehrere Personen aus einem eingestürzten Haus zu retten. Darunter auch ein sechs Monate altes Kind.

20min/Lena Wilczek

Darum gehts

  • Der Gesamtwert der Schäden durch das Erdbeben in der Türkei dürfte sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 78 Milliarden Franken belaufen.

  • Der türkische Arbeitgeberverband Türkonfed hat bei seiner Berechnung drei Bereiche berücksichtigt.

  • Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat fünf Millionen Franken Erdbebenhilfe zugesprochen und konzentriert sich auf humanitäre Hilfe in Syrien. 

Die wirtschaftlichen Kosten des Erdbebens könnten sich auf bis zu 84,1 Milliarden Dollar (rund 78 Milliarden Franken) belaufen, davon fast 71 Milliarden Dollar (66 Milliarden Franken) für den Wohnungsbau, wie der türkische Arbeitgeberverband Türkonfed diese Woche berichtete. Laut einem Bericht von «SRF» teilt sich die Schätzung von Türkonfed in drei Bereiche.

Da auch zahlreiche Fabriken und Geschäfte durch das Erdbeben zerstört wurden, resultiert daraus eine Abnahme der Wirtschaftskraft. Diese wird auf zehn Milliarden Dollar geschätzt, was 1,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Türkei entspräche. Der reine Sachschaden durch zerstörte Gebäude und Infrastruktur wird aktuell auf 70 Milliarden Dollar geschätzt. Im dritten Bereich wurden die Schäden für die verlorene Arbeitszeit beziffert, diese betragen laut Türkonfed zirka drei Milliarden Dollar. 

Suche nach Vermissten vielerorts eingestellt

Gut eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien mit mehr als 35’000 Toten konzentriert sich die Hilfe nun auf die Versorgung der zahlreichen obdachlos gewordenen Überlebenden. Nach Angaben der türkischen Regierung wurden etwa 206’000 Zelte errichtet, 1,2 Millionen Menschen wurden in Studentenwohnheimen untergebracht und 400’000 Überlebende aus den verwüsteten Gebieten fortgebracht.

Indes gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden, vielerorts wurde die Suche eingestellt. Das Schweizerische Rote Kreuz teilt am Donnerstag mit, dass der Fokus nun auf der humanitären Hilfe für die Überlebenden liege. Ausserdem spricht die Organisation fünf Millionen Schweizer Franken als Erdbeben-Hilfe.

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Auf diesem Vorher-Nachher-Bild des Satelliten Maxar sind Wohnhäuser in der türkischen Stadt Islahiye zu sehen.

Auf diesem Vorher-Nachher-Bild des Satelliten Maxar sind Wohnhäuser in der türkischen Stadt Islahiye zu sehen.

AFP
Diese Gegenüberstellung des Satelliten zeigt die gleiche Wohngegend in der türkischen Stadt Islahiye, einmal am 4. Oktober 2022 (oben) und einmal am 7. Februar 2023 (unten).

Diese Gegenüberstellung des Satelliten zeigt die gleiche Wohngegend in der türkischen Stadt Islahiye, einmal am 4. Oktober 2022 (oben) und einmal am 7. Februar 2023 (unten).

AFP
Ansicht eines Sportplatzes in Nurdagi vor dem Erdbeben. 

Ansicht eines Sportplatzes in Nurdagi vor dem Erdbeben. 

via REUTERS

Einen Grossteil der fünf Millionen Schweizer Franken wird das SRK für die Hilfe in Syrien verwenden, wo es seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond die Bevölkerung in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und bei der Wiederherstellung der Lebensgrundlagen unterstützt. «Das Erdbeben trifft die Menschen in einer Region, die bereits vom Krieg stark betroffen war. Viele lebten schon vor dieser erneuten Katastrophe unter äusserst prekären Bedingungen. Jetzt ist ihre Not noch grösser», wird Maya Helwani, die SRK-Delegierte in Syrien, in der Medienmitteilung zitiert.  

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(afp/dpa/jar)

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