07.09.2020 14:40

Gretzenbach SOSchäferin muss wegen fehlender Hundeleine Busse bezahlen

Schäferin Hanni Windisch hat einen Strafbefehl erhalten, weil ihr Hirtenhund nicht angeleint war. Ihr Ärger ist gross, die Rechtslage allerdings klar.

1 / 8
In Hanni Windischs Briefkasten flatterte unlängst ein Strafbefehl der Solothurner Staatsanwaltschaft.

In Hanni Windischs Briefkasten flatterte unlängst ein Strafbefehl der Solothurner Staatsanwaltschaft.

Tele M1/Screenshot
Busse und Verfahrenskosten betrugen 180 Franken. 

Busse und Verfahrenskosten betrugen 180 Franken.

Tele M1/Screenshot
Gebüsst wird die Schäferin, weil sie einen ihrer Hirtenhunde in einem Waldstück nicht angeleint hatte.

Gebüsst wird die Schäferin, weil sie einen ihrer Hirtenhunde in einem Waldstück nicht angeleint hatte.

Tele M1/Screenshot

Darum gehts

  • Eine Schäferin aus Gretzenbach SO musste eine Busse bezahlen, weil sie ihren Hirtenhund nicht angeleint hatte.
  • Für den Strafbefehl hat die Frau kein Verständnis,
  • Das Gesetz besagt allerdings klar: In den Frühlings- und Sommermonaten gilt in den Solothurner Wäldern eine generelle Leinenpflicht.

Hanni Windisch kann es noch immer nicht glauben: Anfang August erhielt die Schäferin einen Strafbefehl von der Solothurner Staatsanwaltschaft. Dies, weil einer ihrer Hirtenhunde in einem Waldstück nicht angeleint gewesen sei. Für die Gretzenbacherin eine absurde Begründung, seien ihre Vierbeiner doch unentbehrlich, etwa beim Einzäunen und Zügeln der Herde. «Meine Hunde sind meine rechte Hand, die mir täglich mehrere Arbeiter ersetzen», sagt die Frau aus Gretzenbach zum Regionalsender Tele M1. Wie sollen sie die Schafe treiben, wenn sie an der Leine hängen, fragt sich Windisch.

Sie bekam daher einen ordentlich dicken Hals, als sie von der Busse und den Verfahrenskosten in Höhe von 180 Franken erfuhr. Mit der Staatsanwaltschaft geht sie hart ins Gericht: «Für mich sind das Leute, die von der Landwirtschaft und von dieser Art von Hunden keine Ahnung haben.» Windisch wünschte sich, eine Staatsanwältin würde sie einmal besuchen und mit ihr «den Schafen nachrennen»: «Dann wüsste sie vielleicht, was der Hund wert ist.» Den Betrag hat sie nun zähneknirschend bezahlt.

Die Strafverfolgungsbehörden müssen allerdings einen Verstoss gegen die Leinenpflicht ahnden, auch wenn es sich um einen Schafe treibenden Hund handelt. So heisst es im Strafbefehl: «Ausnahmen für einzelne Gebrauchshunderassen von der Leinenpflicht in der Zeit von Mai bis Ende Juli sind weder im Gesetz noch in der Verordnung explizit erwähnt und entsprechende Regelungen dem Veterinärdienst auch nicht bekannt.» Mit dieser Regelung sollen Wildtiere in Waldnähe geschützt werden, die in den Frühlings- und Sommermonaten ihren Nachwuchs zur Welt bringen.

Leinenpflicht je nach Kanton

Viele einheimische Wildtiere pflanzen sich in den Frühlingsmonaten fort. Während dieser Brut- und Setzzeit werden Halter in einigen Kantonen verpflichtet, ihre Hunde in Wald- und Wiesengebieten an die Leine zu nehmen. Dies ist etwa in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Solothurn oder Luzern der Fall. In den Wäldern des Kantons Bern gibt es keine generelle Leinenpflicht während der Brutzeit.

(sul)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
123 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Schämu

08.09.2020, 04:42

Und wer hat diese Frau angezeigt? Die Staatsanwaltschaft sollte eher diese Person anzeigen. Einfach unverständlich.

Ausnahme

07.09.2020, 18:37

Es gibt doch teils auch Ausnahmen bei der Hundesteuer für Blindenhunde, Wachhunde etc. Also warum nicht auch bei der Leinenpflicht. Für die Polizei im Einsatz gelten ja auch andere Regeln.

madshark

07.09.2020, 18:00

wer höhrt ohn "wiehern" denn Amtsschimmel?