Wütender Scheich: Schämpis oder Schläge
Aktualisiert

Wütender ScheichSchämpis oder Schläge

In Genf muss sich ein Scheich aus den Emiraten vor Gericht verantworten, der 2003 in einer Bar einen US-Amerikaner mit seinem Gürtel gezüchtigt hatte. In Abwesenheit des Scheichs forderte der Staatsanwalt eine saftige Geldstrafe von über einer Million Schweizer Franken.

Das «extrem gefährliche Verhalten des Scheichs» zeuge von einer kompletten Geringschätzung der Integrität, der Ehre und der individuellen Freiheit anderer Menschen, erklärte Staatsanwalt Daniel Zappelli vor dem Genfer Polizeigericht.

Wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, verlangte er eine Geldstrafe zu 360 Tagessätzen à 3000 Franken (1,08 Millionen Franken) sowie eine Busse von 10 000 Franken.

Vor dem Strafantrag des Staatsanwalts hatten Zeugen, den Hergang des Vorfalls erläutert. Der Scheich - Sohn von Scheich Zayed, dem 2004 verstorbenen Emir von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate - sei wütend geworden, als das spätere Opfer eine von ihm spendierte Flasche Champagner abgelehnt habe, erklärten ehemalige Angestellte der Hotelbar am Donnerstag.

Darauf habe er den Bargast geohrfeigt, zu Boden geworfen und mit der Schnalle seines Gürtels ins Gesicht und am ganzen Körper geschlagen. Das Opfer, das heute in New York wohnt, war zum Tatzeitpunkt in Genf als Berater tätig.

Der Verteidiger des Scheichs plädierte auf unschuldig. Die Beweislage sei ungenügend, sagte er. Der wichtigste Beweggrund für die Klage sei die Geldgier des Klägers. Ausserdem habe der Bargast den Scheich beschimpft, was zu seinem Zornesausbruch geführt habe. Mit dem Urteil ist erst in den nächsten Tagen zu rechnen.

(sda)

Deine Meinung