Raum Olten – Schafe bleiben geschoren bei minus fünf Grad draussen – Polizei schreitet ein
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Raum OltenSchafe bleiben geschoren bei minus fünf Grad draussen – Polizei schreitet ein

Ein News-Scout beobachtete Missstände bei der Haltung von Schafen in einem Dorf nahe Olten und meldete dies. Veterinärdienst und Polizei schritten ein. 

von
Zoé Stoller
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Diese Schafe blieben Tag und Nacht bei eisiger Kälte draussen auf der Weide. Der Unterstand im Hintergrund befindet sich nicht auf der Schafweide und ist für die Schafe nicht zugänglich.

Diese Schafe blieben Tag und Nacht bei eisiger Kälte draussen auf der Weide. Der Unterstand im Hintergrund befindet sich nicht auf der Schafweide und ist für die Schafe nicht zugänglich.

20min/News-Scout
Er postete Bilder davon auf Facebook, was dazu führte, dass andere User und Userinnen sich ebenfalls bei der Polizei meldeten.

Er postete Bilder davon auf Facebook, was dazu führte, dass andere User und Userinnen sich ebenfalls bei der Polizei meldeten.

20min/News-Scout
Am Samstag waren sowohl der kantonale Veterinärdienst als auch Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. 

Am Samstag waren sowohl der kantonale Veterinärdienst als auch Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. 

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Ein News-Scout beobachtete, wie frisch geschorene Schafe bei Minustemperaturen ohne artgerechten Unterstand auf einer Weide gehalten wurden.

  • Nach einem Facebook-Beitrag von ihm meldeten sich mehrere Personen bei der Polizei.

  • Diese ging schliesslich zusammen mit dem Veterinärdienst vor Ort.

  • Ein Tierschützer bewertet den Unterstand als «inakzeptabel» und erklärt, dass Schafe erst später geschoren werden sollten.

«Ich kann nicht fassen, dass jemand seine Schafe so hält», sagt A.P.*, nachdem er am vergangenen Freitag bei einem Spaziergang mit seinem Hund laut eigenen Angaben etwa zehn frisch geschorene Schafe bei minus fünf Grad auf einer Wiese beobachtete. «Sie machten alle einen Buckel, als ob sie stark frieren würden», sagt er. «Ich kann mir nicht vorstellen, wie man seinen eigenen Schafen so etwas antun kann», sagt der News-Scout.

Aus Sorge um die Schafe rief P. die Polizei – vergebens. Ein Facebook-Beitrag sorgte allerdings für Resonanz. «Ich veröffentlichte Fotos von den frierenden geschorenen Schafen und von ihrem schäbigen Unterstand in einer lokalen Facebook-Gruppe. Dort kommentierten gleich andere Bewohnende des Dorfes meinen Beitrag. Als am nächsten Tag die Polizei zusammen mit dem Veterinärdienst auftauchte, erzählte mir ein Polizist, es hätten mehrere Leute wegen der Missstände angerufen», so P.

Sowohl die Kantonspolizei Solothurn als auch der kantonale Veterinärdienst bestätigen den Einsatz, können aber wegen laufender Ermittlungen keine Angaben zum Fall machen.

«Das ist nicht mal eine Alibi-Übung»

Cesare Sciarra, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Nutztiere beim Schweizer Tierschutz (STS), bemängelt besonders den Unterstand. «Das ist nicht mal eine Alibi-Übung. Es wäre nicht besonders aufwändig gewesen, eine anständige Überdachung zu organisieren. Diese hier ist aber inakzeptabel», so Sciarra. Es komme oft vor, dass Halter ihren Schafen ein unzureichendes Schutzdach bieten würden. Erklären kann sich Sciarra diese Haltung aber kaum. «Vielleicht sind viele Besitzer der Ansicht, diese Nutztiere könnten jedem Wetter standhalten.» 

Ein auf dem Foto sichtbarer weiterer Unterstand ist nach Angaben von A.P. nicht für die Schafe zugänglich, da er sich hinter dem Zaun und nicht mehr auf der Weide befindet.

Neben dem unzureichenden Unterstand ist für Sciarra auch das Scheren der Schafe problematisch. «Vor Ostern sollte man sie nicht scheren», so der Tierschützer. Da Schafe jedoch sehr kälteresistent seien, sei es zwar ungünstig, dass man sie bei Minustemperaturen draussen halte, jedoch für die Tiere nicht lebensbedrohlich. 

* Name der Redaktion bekannt

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Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


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