Aktualisiert 14.09.2016 12:31

Hermrigen BE

Schafe grasen auf mit Blei verseuchter Weide

Eine kontaminierte Wiese ist das Weidegebiet einer Schafherde. Jetzt schaltet sich der Kantonstierarzt ein.

von
ann

Im bernischen Hermrigen ist der ehemalige Kugelfang einer stillgelegten Schiessanlage seit vielen Jahren durch einen Zaun abgesperrt. Schilder informieren Passanten, dass der Boden dahinter belastet und das Betreten verboten ist. Darum war ein Leser sehr beunruhigt, als er am Wochenende Schafe hinter dem Zaun entdeckte.

Seine Sorge ist berechtigt: «Dort sollte man keine Schafe weiden lassen», sagt Jacques Ganguin, Vorsteher des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern. Ausserhalb des umzäunten Bereichs habe man 2005 Bodenproben genommen und leichte Bleibelastungen gefunden. «Darum gehen wir davon aus, dass die Belastung innerhalb des umzäunten Bereichs erhöht ist.» Tiere, die man verspeise oder deren Milch man trinke, sollten dort nicht weiden.

Es drohen schwere Bleivergiftungen

Aber auch für die Schafe selbst ist das Weiden dort gefährlich. So warnt Hanspeter Nägeli, Direktor des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Uni Zürich: «Es kann zu Bleivergiftungen mit schweren Erkrankungen und Todesfällen führen.» Der Boden und das Gras müssten zuerst untersucht werden, bevor die Weide freigegeben werde.

Auf der Gemeinde Hermrigen wusste man nichts von den Schafen auf der kontaminierten Weide. Der zuständige Gemeinderat Heinz Möri fand heraus, dass eine Privatperson die Schafe dorthin gebracht hatte. Möri: «Die Gemeinde hat keine Einwilligung erteilt.»

Schafe müssen schnell auf eine andere Weide

Kantonstierarzt Peter Wyss kann nicht nachvollziehen, wie jemand auf die Idee kommt, seine Schafe auf so einer Wiese weiden zu lassen. «So etwas hatten wir noch nie.» Er will jetzt der Sache nachgehen und dafür sorgen, dass die Schafe auf eine andere Weide kommen. «Wir werden zudem abklären, ob es zu einer Kontamination des Fleisches mit Rückständen gekommen ist.»

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