Erstes Schweizer Podest seit 1999 – Von Rang 29 zum Sieg – Braathen siegt sensationell, Yule wird Zweiter

Erstes Schweizer Podest seit 1999Von Rang 29 zum Sieg – Braathen siegt sensationell, Yule wird Zweiter

Nach einem guten Slalom in Adelboden wollten die Schweizer auch in Wengen überzeugen. In einem absolut wilden zweiten Lauf schaffte es Daniel Yule aufs Podest. Lucas Braathen gewann das Rennen total überraschend.

von
Nils Hänggi
Sven Forster
(aus Wengen)

Hier ist sie zu sehen, die Fahrt von Braathen. (SRF)

Was war das für ein irrer zweiter Lauf im Slalom von Wengen? Da war zum Beispiel Lucas Braathen. Der junge Norweger, der in der vergangenen Saison so schlimm stürzte und monatelang ausfiel, gewann dank eines absoluten Wahnsinns-Lauf. Er startete mit der Nummer 29 in den zweiten Lauf.

Bis am Schluss konnte er es nicht fassen. Der 21-Jährige zitterte immer wieder, hatte bereits vor den letzten Fahrern Tränen in den Augen. Und als dann noch Henrik Kristoffersen, der Landsmann von Braathen, als letzter Fahrer im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel ausschied, war es Tatsache. Der junge Ski-Fahrer gewann das Rennen.

«Worte können es nicht beschreiben»

Hinter ihm wurde Daniel Yule starker Zweiter. Der 28-Jährige raste dank eines Top-Laufs aufs Podest. Am Schluss wies er 22 Hundertstel Rückstand auf Braathen auf. Es ist das erste Schweizer Slalom-Podest in Wengen seit dem Jahr 1999. Yule sagte nach dem Rennen: «Es fühlt sich richtig gut an. Die letzten Zeiten waren nicht immer einfach. So ein Resultat rauszuholen ist toll.» Zweitbester Schweizer wurde Loïc Meillard, er belegte Rang sieben. Ramon Zenhäusern, der nach dem ersten Lauf Vierter war, fiel nach einem fehlerhaften zweiten Lauf weit zurück (15.).

Damit gehen die Schweizer Ski-Festspiele in Wengen weiter. Nach grossartigen Leistungen in den letzten Tagen sorgten nun also auch die Schweizer Slalom-Fahrer für tobende Fans. Und ein wenig auch der sensationelle Braathen.

Dieser meinte nach dem Rennen, dass es einfach toll ist. «Wengen ist einer meiner Lieblingsorte zum Skifahren. Die Fans haben eine Show verdient. Ich liebe euch Fans. Es war einfach unglaublich.» Seine Freude? Verständlich. Auch Yule war überglücklich. (fss/nih)

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Sonntag, 16.01.2022

Daniel Yule

«Es fühlt sich richtig gut an. Die letzten Zeiten waren nicht immer einfach. So ein Resultat rauszuholen ist toll. Ich habe gesehen mit, diesen Abständen könnte ich aufs Podest fahren. Justin Murisier hat mich gestern zusammengeschissen. Wieder aufs Gaspedal zu treten, das hat gut getan. Er findet immer gute Wörter. Wenn er mir was sagt, dann stimmt es schon.»

Braathen spricht Deutsch

Im SRF gibt Lucas Braathen sein Siegerinterview. Er wollte unbedingt auf Deutsch sprechen. «Der zweite Durchgang war sehr intensiv. Mit zwei Sekunden Rückstand in den Top 30 ist alles möglich. Heute war die Schweiz für mich gut. Ich bin sehr glücklich.»

Restliche Schweizer

Einmal mehr zeigt Loïc Meillard sein grosses Potenzial im zweiten Lauf. Er klassiert sich am Ende auf dem siebten Platz. Dies aufgrund seiner starken Leistung im zweiten Abschnitt. Er gewann 13 Positionen. Die weiteren Schweizer:

15. Ramon Zenhäuser

17. Marc Rochat

23. Reto Schmidiger

24. Tanguy Nef

Out: Luca Aerni

Braathen mit dem Interview

«Worte können es nicht beschreiben, wie toll es ist, nach meiner Verletzung. Wengen ist einer meiner Lieblingsorte zum Skifahren. Die Fans haben eine Show verdient. Ich liebe euch Fans. Es war einfach unglaublich.»

Was war das für ein wildes Rennen

Der Sieger des Slaloms von Wengen startete mit der Nummer 29 in den zweiten Lauf. Was war das für ein Triumph des jungen Norwegers Braathen. Auch Giuliano Razzoli ist ein Überraschungspodestfahrer. So lange war der Italiener weg von den Spitzenpositionen. Nun ist er zurück – mit 37 Jahren.

Erster Schweizer Podestplatz seit 1995

Was Yule geschafft hat, ist sensationell! Der 28-Jährige sorgt für den ersten Schweizer Podestplatz in Wengen seit 1999. Was für eine tolle Sache!

DAS PODEST

1. Lucas Braathen

2. Daniel Yule

3. Giuliano Razzoli

30. Henrik Kristoffersen (NOR)

Kristoffersen zaubert in Wengen! Doch kurz vor Schluss verliert er die Kontrolle und scheidet aus! In letzter Sekunde. Was für ein Drama in Wengen!

29. Manuel Feller

Er hat fast zwei Sekunden Vorsprung! Das muss doch reichen oder? Der Start glückt, doch im Steilhang hat auch er viel Mühe. Dennoch liegt er noch vor Braathen. Im Ziel ist auch er hinter Braathen! Auch hinter Yule! YULE IST PODESTFAHRER VON WENGEN.

BRATHEN AUF DEM PODEST

Wie wild ist das?! Braathen steht auf dem Podest. Noch zwei Fahrer sind oben.

28. Sebastian Foss-Solevaag (NOR)

Wenn nicht er, wer dann?! Der Norweger zählt zu den besten Slalom-Athleten der Welt und hat einen grossen Vorsprung. Doch im Steilhang verliert auch er zu viel Zeit! Wenn es so weitergeht, hat auch noch Yule die Chance aufs Podest!

27. Clement Noel

Der viertletzte Fahrer hat 1,42 Sekunden Vorsprung auf Braathen. Schafft es der Franzose? Nein, Noel fällt auch noch hinter Yule und Meillard zurück.

26. RAMON ZENHÄUSERN (SUI)

Die letzte Podesthoffnung der Schweizer ist am Werk. Lange sieht es gut aus, doch die Fahrt ist zu ungenau. Am Ende wird er zurückgereicht, da er patzt. Damit ist Yule der beste Schweizer in diesem Rennen.

25. Marco Schwarz (AUT)

Es kommen nur noch sechs Fahrer. Marco Schwarz verliert aber viel zu viel Zeit. Keine Chance für den Österreicher.

24. Alex Vinatzer (ITA)

So: Der letzte Italiener geht ans Werk. Auf dem Weg zur neuen Bestzeit verliert er einen Ski und verabschiedet sich aus dem Rennen!

23. DANIEL YULE (SUI)

Der zweitletzte Schweizer an der Reihe hofft noch auf ein Wengen-Podest. Auf Braathen nimmt er 1,16 Sekunden mit. Oben ist er gar gleich schnell wie der Norweger! Doch im Mittelteil ist er einfach etwas zu langsam und wird Zweiter! Was hat Braathen da nur gezeigt.

22. Giuliano Razzoli (ITA)

Jetzt kommt Mister Zuverlässig. Aber das reicht aktuell halt einfach nicht gegen Braathen. Schnell ist der Vorsprung weg. Immerhin ist es der zweite Zwischenrang für Razzoli! Es ist sein vierter Top-10-Platz in diesem Winter. Stark!

Aerni und Strasser nach dem Ausfall

21. TANGUY NEF (SUI)

So viele Schweizer sind dabei! Tanguy Nef nimmt einen Vorsprung von einer Sekunde auf Braathen mit. Auch er kann diesen Vorsprung nicht konservieren. Auch Nef macht einen grossen Fehler und wird weit zurückgereicht.

20. RETO SCHMIDIGER (SUI)

Nun ist der überraschend starke Schweizer an der Reihe! Für Schmidiger geht es auch um Punkte für die Startliste. Das volle Risiko ist also nicht zu erwarten. Trotzdem: Eigentlich war er schon weg, doch kann sich retten, allerdings fällt er weit, ganz weit zurück. Sehr schade …

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