Telefonbuch-Betrug: Schaffhausen muss Strafverfahren abwickeln

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Telefonbuch-BetrugSchaffhausen muss Strafverfahren abwickeln

Der Kanton Schaffhausen muss ein Strafverfahren gegen einen möglichen Branchentelefonbuch-Betrüger übernehmen. Dies, obwohl im Kanton Schaffhausen niemand auf den den Mann hereingefallen war. Dies entschied das Bundesstrafgericht.

Im Frühling 2009 waren 24 Personen oder Firmen in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Bern, Graubünden, Aargau, Tessin, Zürich und Genf einer Firma auf den Leim gegangen, die für teures Geld wertlose Einträge in ein Branchentelefonbuch verkauft hatte. Die Publikation nannte sich «Das gelbe Buch» und war den «Gelben Seiten» nachgemacht.

Wer die Formulare mit seinem Eintrag zurückschickte, verpflichtete sich, rund 2000 Franken zu bezahlen, und zwar für jede der während zwei Jahren erscheinenden vier Ausgaben. Der Bank des Branchenbuchbetreibers fielen diese regelmässigen Einzahlungen auf. Sie orientierte die Schaffhauser Polizei, die nach ersten Abklärungen das Konto sperrte.

Weil aber keiner der Kunden aus dem Kanton stammte, lehnte die Schaffhauser Justiz ein Ersuchen der Baselländer Kollegen ab, das Verfahren zu übernehmen. Daraufhin gelangte die Justiz des Kantons Basel-Landschaft an das Bundesstrafgericht, welches die Schaffhauser nun dazu verknurrte, die möglichen Straftaten weiterzuverfolgen und zu beurteilen.

Gemäss dem Bundesstrafgericht ist der Ort der Bereicherung mit dem Ort der Schädigung gleichzusetzen. Weil die Schädigung an mehreren Orten erfolgten, so seien die Behörden jenes Ortes zuständig, wo die Bereicherung stattfunden habe. Zudem sei die Untersuchung zuerst im Kanton Schaffhausen in Gang gesetzt worden.

(sda)

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