Mangels Beweisen: Schaffhauser von Spanien ausgeliefert
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Mangels BeweisenSchaffhauser von Spanien ausgeliefert

Der Aussteiger E.S. ist aus spanischer Auslieferungshaft in die Schweiz geflogen und den Schaffhauser Behörden übergeben worden. Er war 2006 aus dem stationären psychiatrischen Vollzug geflüchtet.

In der spanischen Stadt Valencia war der Mann im Juni 2009 in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, einen anderen Mann getötet zu haben. Die Strafuntersuchung wurde jedoch mangels Beweisen am 22. Juli 2010 eingestellt, und der Schaffhauser nach Madrid in Auslieferungshaft gesetzt, wie das kantonale Amt für Justiz und Gemeinden am Montag mitteilte.

Aufgrund der Medienberichte über jenes Tötungsdelikt habe man einen Anhaltspunkt gehabt, wo der Gesuchte sich befinde, sagte der Leiter Justizvollzug, Dieter Fey, auf Anfrage. Damit habe das Bundesamt für Justiz auf Antrag der Schaffhauser Behörden ein Auslieferungsbegehren an Spanien stellen können.

Ins Ausland geflüchtet

Das Schaffhauser Obergericht hatte den heute 61-Jährigen im Dezember 2005 des mehrfachen Versuchs der schweren Körperverletzung und anderer Delikte schuldig gesprochen und ihn zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt.

Anstelle der Freiheitsstrafe hatte er aber in einer psychiatrischen Klinik eine unbefristete stationäre therapeutische Massnahme absolvieren sollen. Im Sommer 2006 gelang ihm die Flucht ins Ausland.

Einer breitere Öffentlichkeit bekannt wurde der Mann via das Schweizer Fernsehen: Es strahlte 2007 und Anfang 2009 zwei Dokumentarfilme über ihn aus. (sda)

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