Covid im Ausland – Schafft Deutschland Quarantäne für Geboosterte ganz ab?
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Covid im AuslandSchafft Deutschland Quarantäne für Geboosterte ganz ab?

Mit der aktuellen Omikron-Welle drohen sehr viele Leute gleichzeitig zu erkranken – dadurch drohen der Ausfall ganzer Belegschaften und Systemausfälle. In Deutschland soll deswegen nun die Quarantänezeit verkürzt werden.

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Karl Lauterbach bangt vor den Folgen einer starken Durchseuchung.

Karl Lauterbach bangt vor den Folgen einer starken Durchseuchung.

REUTERS
Bereits am 21. Dezember fand eine Corona-Konferenz von Bund und Ländern statt.
Bereits am 21. Dezember fand eine Corona-Konferenz von Bund und Ländern statt.DPA
Wegen Omikron landen zwar weniger Patienten auf den Intensivstationen …

Wegen Omikron landen zwar weniger Patienten auf den Intensivstationen …

DPA

Darum gehts

  • Die Omikron-Mutante des Coronavirus verbreitet sich in rasendem Tempo.

  • Da viele Leute gleichzeitig erkranken könnten, drohen massive Personalausfälle.

  • Um dem zu begegnen soll nun die Omikron-Quarantänefrist verkürzt oder teils sogar aufgehoben werden.

Zwar ist die mittlerweile vorherrschende Omikron-Mutante milder im Verlauf als frühere Virenstämme, aber sie ist auch wesentlich ansteckender: Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, sorgt sie alle drei bis fünf Tage für eine Verdoppelung der Infektionszahlen, während diese Frist bei Delta noch bei zehn bis 14 Tagen lag. Dies haben bereits auch Länder wie Grossbritannien, Spanien, Frankreich oder die USA angekündigt.

Das bedeutet, dass sich das Virus in einem bestimmten Umfeld wie etwa einer Grossfirma so rasch ausbreitet, dass ganze Belegschaften gleichzeitig erkranken könnten. Betroffene müssen nach derzeitiger Regelung nämlich 14 Tage in Quarantäne und fallen für die Arbeit aus. Dies kann gerade auch im öffentlichen Dienst wie Gesundheitswesen, Feuerwehr oder Polizei ernste Folgen haben.

Um dieses Szenario zu verhindern oder es zu entschärfen, sind einige Möglichkeiten ins Visier gefasst worden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach gab an, es werde am Freitag bei der Bund-Länder-Runde «auf jeden Fall» neue Beschlüsse geben, wird er von der «Zeit» zitiert. Er hatte schon letzte Woche angedeutet, dass eine Verkürzung der Quarantänezeit nötig werden dürfte, um folgenschwere Engpässe zu vermeiden.

Halbierung oder Aufhebung der Quarantäne

Im Gespräch sind konkret eine Halbierung der Quarantäne von 14 auf sieben Tage für doppelt Geimpfte und Geboosterte oder sogar eine Befreiung für Letztere, wenn sie bei einer Infektion keine Symptome zeigen. Auch die Möglichkeit für vollständig Geimpfte, sich «freizutesten» ist laut dem Bericht eine Option.

«Wir erwarten eine neue Dynamik mit sehr vielen, aber eben auch vielen milden Corona-Infektionen», sagte etwa Tino Sorge, der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion. «Darum wäre es sinnvoll, die Quarantäne für bestimmte Kontaktpersonen zu verkürzen.» Und die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt glaubt, Omikron könne «eine Art Game Changer» werden: «Zumindest in die Quarantäne-Dauer könnte Bewegung kommen.»

Lauterbach mahnt allerdings, Bund und Länder müssten auch über Kontaktbeschränkungen sprechen. Eine Durchseuchung könne sich Deutschland aufgrund der hohen Zahl an Ungeimpften «nicht leisten», sagte der SPD-Politiker auf RTL/ntv. «Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschützt. Daher mache ich mir da grosse Sorgen.»

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(trx/AFP)

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