Weltklasse Zürich: Europameisterin Kambundji ist «mental müde» und wird trotzdem Fünfte

Weltklasse ZürichEuropameisterin Kambundji ist «mental müde» und wird trotzdem Fünfte

Bei Weltklasse Zürich zeigen die Schweizerinnen und Schweizer starke Leistungen, ein Sieg liegt aber nicht im Bereich des Möglichen. Simon Ehammer verweist im Weitsprung drei ungültige Versuche.

von
Adrian Hunziker

Es war eine lange Saison gewesen für Mujinga Kambundji. Einen kleinen Rest Benzin habe sie noch im Tank, sagte die 30-Jährige im SRF vor dem 200m-Rennen an Weltklasse Zürich. Dieser Rest reichte für die Zeit von 22,65 s, damit erreichte die Bernerin aber keinen Spitzenplatz, sie wurde in einem starken Feld Fünfte. «Das jubelnde Publikum gab mir einen zusätzlichen Push. Mental bin ich aber müde. Wenn so viele Leute kommen, um mich zu sehen, kann ich jedoch nochmals alles aus mir rausholen», sagt sie. Die jamaikanische Siegerin Shericka Jackson enteilte mit 21,80 s allen deutlich.

Ihre Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce, die schnellste Frau der letzten Jahre, startete zum ersten Mal im Letzigrund. Die 100 m absolvierte die Jamaikanerin in schnellen 10,65 s und gewann damit das Rennen. Die nur 1,52 m grosse Sprinterin liess den Kontrahentinnen keine Chance. Damit lief die 35-Jährige als erste Frau überhaupt in einer Saison siebenmal unter 10,7 Sekunden. Ihr männliches Pendant war Favorit Trayvon Bromell, der in 9,94 s siegte. Damit gewann der US-Amerikaner erstmals die Diamond League.

Ehammer mit drei Fehlversuchen

Kein Exploit gelang Zehnkämpfer Simon Ehammer im Weitsprung. Der 22-Jährige blieb unter den Erwartungen der Fans und den eigenen. Der Appenzeller kam nicht über 7,93 m hinaus und wurde nur Fünfter. Das auch, weil er drei ungültige Versuche hatte. Ein Hingucker war sein US-amerikanischer Konkurrent Marquis Dendy, der bei seinen Sprüngen einen Hut aufhatte. Dieser brachte ihm offenbar Glück, er wurde mit 8,18 m Zweiter hinter Sieger Miltiadis Tentoglou (8,42 m).

Ricky Petrucciani, der an der EM noch Silber über 400 m gewonnen hatte, wurde guter Fünfter. Gegen Kirani James aus Grenada hatte der Tessiner aber wie das gesamte Feld keine Chance. Ebenfalls chancenlos blieb Ditaji Kambundji über 100 m Hürden. Die 20-Jährige verlor bereits beim Start viel Zeit und konnte diese nicht mehr gutmachen, sie wurde Neunte und Letzte. «Ich habe mich aufs Rennen gefreut, es lief aber nicht so, wie ich es mir erhoffte», sagte sie im SRF. Der Sieg ging klar an die Weltrekordhalterin Tobi Amusan. Die Nigerianerin stellte in 12,29 s einen neuen Meeting-Rekord auf.

Versöhnlicher Abschluss für Joseph

Hürdenläufer Jason Joseph hat eine enttäuschende Saison hinter sich, im Letzigrund konnte er sich mit einem guten Lauf etwas versöhnen. «Es war ein gutes Rennen im Vergleich mit dem Rest der Saison. Ich habe mich auf mich konzentrieren können. Es war vom Gefühl her ein guter Lauf, das ist ein schöner Abschluss», sagte der Basler. Der Schnellste über 110 m Hürden war Grant Holloway (USA) in 13,02 s.

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Donnerstag, 08.09.2022

Das wars mit Weltklasse Zürich

Damit ist das Meeting bereits beendet, vielen Dank fürs Dabeisein. Wir wünschen noch eine gute Nacht!

200 m Männer

Als letzte Disziplin laufen die Männer über 200 m. Wer soll Noah Lyles schlagen? Niemand! Der US-Amerikaner gewinnt in 19,52 s, das ist neuer Meeting-Rekord.

200 m Frauen

Jetzt gehts los, wir sind gespannt auf Kambundji. Shericka Jackson ist die grosse Favoritin.

Jackson mit gutem Start, aber auch Kambundji schnell. Jackson mit 21,80 s, das ist eine sehr schnelle Zeit.

Kambundji kann leider nicht mithalten, die Bernerin wird Fünfte mit 22,65 s. Da war die Luft wohl schon etwas raus nach dieser langen Saison. «Das jubelnde Publikum gab mir einen zusätzlichen Push. Mental bin ich aber müde. Wenn so viele Leute kommen, um mich zu sehen, kann ich jedoch nochmals alles aus mir rausholen», sagt sie.

Kambundji macht sich bereit

Nicht mehr lange und Sprinterin Mujinga Kambundji startet über 200 m. Was liegt für die Europameisterin drin?

800 m Frauen

Die Schweizerin Lore Hoffmann bezahlt Lehrgeld und wird Achte. Mary Moraa sichert sich den Sieg.

400 m Hürden Männer

Mit Julien Bonvin ist ein Schweizer dabei, den Sieg krallt sich aber der Brasilianer Alison dos Santos in 46,98 s. Bonvin muss sich mit Rang 7 begnügen.

Ehammer ungültig, Konkurrent mit Hut stark

Ehammer bringt auch im vierten Versuch nur einen ungültigen hin, der wäre aber weit gewesen.

Sein US-amerikanischer Konkurrent Marquis Dendy springt dagegen mit Hut auf, und er führt mit 8,16 m.

400 m Hürden Frauen

Femke Bol, die Europameisterin, lässt auch in Zürich alle hinter sich, sie gewinnt das Rennen verdient.

100 m Männer

Den prestigeträchtigen Sprint gewinnt der Favorit Trayvon Bromell in 9,94 Sekunden. Damit gewinnt der US-Amerikaner erstmals die Diamond League.

Ehammer startet gut

7,93 m für Simon Ehammer im 1. Versuch im Weitsprung, das ist ein starker Start für den Zehnkämpfer.

Den zweiten Versuch bricht der Appenzeller ab. Und der dritte Versuch ist ungültig.

100 m Frauen

Shelly-Ann Fraser-Pryce, die schnellste Frau der letzten Jahre, startet zum ersten Mal im Letzigrund. Nicht über 100 m laufen wird Mujinga Kambundji. Sie geht nur über 200 m an den Start, dieses Rennen startet um 21.42 Uhr.

Die 100 m absolvierte die Jamaikanerin Fraser-Pryce in schnellen 10,65 s und gewann damit das Rennen. Die nur 1,52 m grosse Sprinterin liess den Kontrahentinnen keine Chance.

1500 m Männer

Jakob Ingebrigtsen war der grosse Favorit. Und der Norweger enttäuschte nicht, er gewann zum ersten Mal den Diamond-League-Final. Er siegte mit neuer Jahresweltbestzeit.

Annik Kälin im Weitsprung

Bei den Frauen ist mit der Siebenkämpferin auch eine Schweizerin im Weitsprung dabei.

Zehnkämpfer Ehammer tritt im Weitsprung an

110 m Hürden

Hier ist mit Jason Joseph auch ein Schweizer dabei. Vor einem Jahr misslang ihm Weltklasse, er wurde wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Was zeigt er heute?

Nein, auch bei der Austragung 2022 kann Joseph mit den Besten nicht mithalten, er wird Sechster. Der Schnellste ist Grant Holloway (USA) mit 13,02 s.

Joseph: «Es war ein gutes Rennen im Vergleich mit dem Rest der Saison. Ich habe mich gut auf mich konzentrieren können. Es war vom Gefühl her ein guter Lauf, das ist ein schöner Abschluss.»

Auch ein Bundesrat ist da

Bundesrat Alain Berset, ein ehemaliger Leichtathlet über 800 m, ist im Letzigrund. «Es ist immer so schön, eine solche Stimmung zu erleben», sagt er. Er freut sich auf die 800 m heute.

3000 m Steeple Frauen

Auch in dieser Disziplin ist eine Schweizerin mit am Start, es ist das Chiara Scherrer. Werkuha Getachew gewinnt das Rennen. Scherrer verpasst den Schweizer Rekord und wird Neunte.

«Es war recht hart, ich hatte das Gefühl, ich konnte nicht so an die Grenze gehen wie an der EM, die Luft ist draussen», sagt Scherrer nach einer langen Saison. Sie genoss das Rennen dennoch, die Stimmung hat ihr imponerit und Kraft gegeben.

100 m Hürden Frauen

Kambundji läuft auf Bahn 1, auch sie gehört nicht zu den Siegesanwärterinnen. Sie darf uns aber gern überraschen. Mit im Feld ist auch die nigerianische Weltrekordhalterin Tobi Amusan. Mit 12,29 läuft Amusan neuen Meetin-Rekord! Die Nigerianerin gewinnt damit nach letztem Jahr erneut die Diamond League.

Ditaji verliert beim Start viel Zeit und wird Neunte und Letzte – das kann sie besser, aber es sollte heute nicht sein. «Ich habe mich aufs Rennen gefreut, es lief aber nicht so, wie ich es mir erhoffte», sagte die Bernerin im SRF.

Ditaji Kambundji läuft sehr bald über die Hürden

Rojas siegt im Dreisprung

Yulimar Rojas, die Weltrekordhalterin aus Venezuela, gewinnt den Dreisprung der Frauen.

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