Aktualisiert 08.12.2008 15:20

Champions LeagueSchafft Famagusta die Sensation?

Noch drei Achtelfinal-Tickets und drei Plätze für den UEFA- Cup sind am Dienstag in den acht Champions-League-Partien der Gruppen A bis D zu vergeben. Die Traditionsklubs Roma, Chelsea und Werder Bremen stehen unter grossem Erfolgsdruck.

Für Chelsea geht es überraschend schon zum Ende der Gruppenphase um Existenzielles. Als einziger der vier englischen Vertreter haben die «Blues» den Einzug in die K.o.-Runde noch nicht sichergestellt. Das alleine ist schon eine kleinere Blamage für den Milliardärsverein aus London. Dass Chelsea im letzten Gruppenspiel nur ein Sieg gegen das bereits ausgeschiedene Cluj das Weiterkommen definitiv sichert, ist eine weitere.

Gibt es einen Ausrutscher, wäre Chelsea auf Hilfe der AS Roma gegen Bordeaux angewiesen. Die Franzosen könnten den Briten das Achtelfinal-Ticket mit einem Sieg in Rom noch wegschnappen, wenn Chelsea nicht gewinnt. Andererseits fänden sich die jetzt noch führenden Römer bei einer Niederlage plötzlich im UEFA-Cup wieder, wenn gleichzeitig Chelsea gewinnt.

Chelseas gebrochener Heimnimbus

An der Stamford Bridge war Chelsea zuletzt keine Macht mehr. Gegen die Erzrivalen Arsenal und Liverpool setzte es Niederlagen ab, auch gegen Meister ManU reichte es nur zu einem Unentschieden. Und im Ligacup ist das Team von Luiz Felipe Scolari sogar am Zweitligisten Burnley gescheitert. Dabei hatte Chelsea bis zur Niederlage gegen Liverpool am 26. Oktober auf eine mehr als vier Jahre dauernde Serie von 86 Heimspielen ohne Flop zurückblicken können. Immerhin sind die Engländer in der Champions League seit 14 Heimspielen ungeschlagen, was eigentlich ausreichen müsste, den haushohen Aussenseiter aus Rumänien bezwingen zu können.

Werder zittert und hofft

Wie in den letzten beiden Jahren ist Werder Bremen bereits nach den Gruppenspielen nicht mehr in der Königsklasse vertreten. Dieses Jahr aber droht dem zweimaligen Achtelfinal-Teilnehmer sogar das vollständige Ausscheiden aus dem Europacup noch vor dem Jahreswechsel. Denn selbst für das Erreichen des dritten Platzes benötigen die Bremer fremde Hilfe. Sie selber müssen den bereits qualifizierten italienischen Serienmeister Inter Mailand an der Weser bezwingen und gleichzeitig hoffen, dass das überraschende Anorthosis Famagusta bei Panathinaikos Athen nicht gewinnt.

Siegen die Zyprioten, stehen sie sensationellerweise in den Achtelfinals. Panathinaikos käme wegen der Direktbegegnungen (2:2/3:0 gegen Werder) in den UEFA-Cup und der Bundesligist wäre selbst bei einem Sieg über Inter draussen. Wenn Famagusta verliert oder Unentschieden spielt und die Bremer gewinnen, sind die Zyprioten draussen und die Deutschen im UEFA-Cup.

Morddrohungen aus Marseille

Zur Nebensache droht der Fussball beim Spiel Marseille gegen Atlético Madrid zu werden. Die Partie wird von Morddrohungen überschattet, die radikale französische Fans an die Spanier gerichtet haben. Das schon qualifizierte Atlético riet seinen Fans dringend davon ab, nach Marseille zu reisen. Ein Richter in Madrid hatte letzte Woche einen Marseille-Anhänger zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil der Franzose bei Ausschreitungen im Hinrundenspiel einen Polizisten angegriffen und verletzt hatte.

Auf dem Rasen benötigt Marseille einen Sieg, um vor Eindhoven auf dem dritten Platz zu bleiben. Den Holländern nützt ein Sieg über Liverpool nur dann etwas, wenn die Franzosen gegen Madrid nicht gewinnen. Bei Punktgleichheit würden die Direktbegegnungen (3:0/0:2) knapp für Marseille sprechen, das damit im Frühjahr im UEFA-Cup weiterspielen könnte.

(si)

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