Schafschöpfer: «Ich habe noch kein Geld erhalten»

Aktualisiert

Schafschöpfer: «Ich habe noch kein Geld erhalten»

Mittlerweile werben nebst der SVP auch deutsche Neonazis mit den Schafen des englischen Designers für ihre Zwecke. Der kann sich über die SVP, die «ihre Schafe» notfalls urheberrechtlich einklagen will, nur wundern.

Nun geht auch die rechtsextreme NPD mit weissen und schwarzen Schafen auf Stimmenfang, wie 20 Minuten berichtete. Als Dan Bailey heute Mittag diese Nachricht erreicht, reagiert er unwirsch: «That's so sad. Nicht die auch noch.» Der englische Designer aus Essex ist der Schöpfer der Schafe, welche zuerst von der SVP für eine Abstimmungskampagne zweckentfremdet und nun mehr schlecht als recht kopiert von den Werbern der NPD benutzt werden.

Bailey beobachtet den Einsatz seiner Schafe auf dem europäischen Festland mit Sorge. Eher erstaunt aber ist Bailey darüber, dass die SVP die deutsche NPD verklagen will, weil diese ihre Idee für die Schafkampagne kopiert hat. «Wenn sich die Rechten nun gegenseitig wegen meiner Schafe verklagen, weiss ich nicht, was ich dazu sagen soll», sagte Bailey gegenüber 20minuten.ch.

SVP-Generalsekretär Gregor Rutz beansprucht die Schafe für seine Partei und prüft rechtliche Schritte gegen die NPD. Dass Bailey mit der Verwendung seiner Schafe nicht einverstanden ist, kümmert ihn nicht: «Wir haben sämtliche Rechte an Baileys Bildern bei iStockphoto zur Weiterverarbeitung gekauft. Es geht nicht an, dass die NPD sich an unserer Kampagne bedient und das Motiv kopiert.»

Nicht nur die SVP und die NPD werben mit Schafen für ihre Werbung. Auch die SP, der Schweizer Tierschutz und das Bündnis «Schwarzes Schaf» benutzen Baileys Schafe in verschiedenen Varianten für ihre Propagandazwecke.

Während in Hessen und in der Schweiz der Wahl- und Abstimmungskampf mit seinen Schafen tobt, geht Bailey weiterhin leer aus. «Ich habe von iStockphoto noch kein Geld erhalten. Ich habe Abklärungen veranlasst und eine Liste derjenigen verlangt, die eine Lizenz für die uneingeschränkte Nutzung meiner Schafe gekauft haben. Noch habe ich nichts gehört.»

Maurice Thiriet 20minuten.ch

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