Aktualisiert 07.11.2013 16:31

B&W P7

Schafsleder mit Kabumm-Faktor

High-End für die Ohren: Mit dem P7 zielt Bowers & Wilkins auf eine audiophile Zielgruppe ab. Mit 480 Franken ist der grösste Kopfhörer der Briten aber kein Schnäppchen.

von
tob

Den guten Ruf hat sich Bowers & Wilkins (B&W) in der Vergangenheit mit dem Bau von Hi-Fi-Lautsprechern verdient. So setzt das wohl berühmteste Tonstudio in England, das Abbey Road in London, seit den späten 80er-Jahren auf die mächtigen - und teuren - Boxen aus dem Haus B&W. Auch in einigen Luxushotels werden die Gäste mit den britischen Boxen beschallt. Wenn es aber um Kopfhörer geht, können die Engländer eine weitaus kürzere Biografie aufweisen.

Mit dem ersten Over-Ear-Kopfhörer von B&W, dem P7, wird das überschaubare Kopfhörerangebot der Briten jetzt abgerundet. Rein optisch orientiert sich der Kopfhörer am Design von Lautsprechern. Die beiden Hörmuscheln sind rechteckig und die Ohrpolster mit Schafsleder und Aluminium eingefasst, ebenso der Bügel. Dieser ist gut gepolstert und drückte auch nach einem dreistündigen Test nicht am Kopf. Auf den ersten Blick erscheint der Kopfhörer zwar etwas klobig, doch ist er am Kopf nicht mehr ganz so wuchtig wie in der Hand.

Wenn Velofahrer zur Gefahr werden

Einer der grössten Vorteile des Over-Ear-Designs (beide Ohren verschwinden ganz in den Hörmuscheln) ist, dass beim Tragen kaum ein Geräusch von draussen ans Ohr dringt. Perfekt um den eigenen Soundtrack zum städtischen Spaziergang aufzulegen und die Baustellengeräusche durch Klassik, Pop oder Rockmusik zu ersetzen. Doch Obacht: Durch die starke Dämmung nimmt man die Umgebung viel weniger wahr und so können Velos, Trams oder Autos schon einmal zur Gefahr werden, wenn man nicht aufpasst.

Mit dem P7 kann man, etwa im Zug, auch die Nerven von anderen Pendlern schonen. Während billige Ohrstöpsel gerne mal ein ganzes Zugabteil zwangsunterhalten, schafft der P7 hier Abhilfe. Ein sogenanntes Sound-Leck gibt es nicht. Denn die Schalldämpfung der gut isolierten Ohrmuscheln funktioniert auch anders herum. Selbst wenn die Lautstärke voll aufgedreht ist, dringt kaum ein Pieps nach draussen.

Solider Bass im Lederpolster

Dass das ganze Chassis wie ein Hi-Fi-Lautsprecher aufgebaut ist, sorgt für einen präzisen Klang. Die Schwingspulen sind aus einer Aluminium-Kupfer-Verbindung und sollen laut Angaben des Herstellers für bessere Hochtonwiedergabe sorgen und die Verzerrung reduzieren. Das Frequenzspektrum bewegt sich zwischen 10 HZ und 20 kHz. Klare Höhen sorgen dafür, dass man gar neue Nuancen in bereits bekannten Songs entdeckt.

Ein solider Bass bringt ordentlich Wumms ins Schafsleder. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass auch MP3-Songs mit einer ordentlichen Bitrate (320 kbit/s) vorhanden sind. Bei schlecht gerippter Musik mit einer kleineren Datenrate kann auch der P7 nicht mehr viel ausrichten. Laut B&W ist der Kopfhörer für iPhones, iPads und iPods optimiert. Da aber das Klangempfinden bis zu einem gewissen Grad sehr subjektiv ist, empfiehlt es sich vor jedem Kauf, neue Kopfhörer vorher anzutesten.

Dazu gibts ein Täschchen

Damit man nicht ständig das eigene Smartphone aus der Tasche kramen muss, befindet sich am Kabel des P7 ein kleines Steuerelement. Mit diesem können einzelne Tracks angewählt und die Lautstärke des Abspielgeräts kontrolliert werden. Im Lieferumfang enthalten ist auch ein Adapterstecker von einem kleinen (3,5 mm) zu einem grossen (6,35 mm) Klinkenstecker. Zum einfachen Verstauen lassen sich die P7 zusammenklappen und im mitgelieferten Täschchen aus abgestepptem Leder mit Magnetverschluss transportieren.

Der Luxus für Musikbegeisterte hat seinen Preis: 480 Franken muss man für die britischen Kopfhörer hinblättern.

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