Aktualisiert 21.01.2005 14:56

Schalter vergessen - 80 Mannjahre futsch

Bei der Mission zum Saturn-Mond Titan gabs ein Unglück: Jemand vergass, das Experiment eines amerikanischen Wissenschafters einzuschalten.

David Atkinson verwendete 18 Jahre seines Lebens darauf, eines der Experimente der unbemannten Saturn-Mission zum Titan zu planen.

Nun sind die meisten Teile seiner Arbeit im All verloren: 1997 vergass jemand, den Schalter umzulegen, um die Instrumente einzuschalten. Bei dem Experiment hätten die Winde auf dem Mond gemessen werden sollen.

«Es ist eine grauenvolle Angelegenheit» schrieb der Wissenschafter der Universität Idaho in einer E-Mail von Deutschland vom Hauptsitz der europäischen Raumfahrtbehörde aus.

«Es war menschliches Versagen - der Steuerbefehl um das Instrument einzuschalten wurde vergessen.»

Kleine Hoffnung

Das Experiment konnte dennoch aktiviert werden, jedoch läuft es nun auf einem viel schwäch sendenden Ersatzkanal.

Atkinson sagte, möglicherweise erhalte man ein paar der Daten des Experiments, welches die Titan-Winde mittels Analyse des Doppler-Effektes erforschen sollte.

Trotzdem ein Erfolg

Von einem Misserfolg der Titan-Mission wollte Atikinson aber nicht sprechen, insgesamt sei die Huygens-Sonde sicherlich ein Erfolg.

«Insgesamt verwendete unser Team so zirka 80 Mannjahre in dieses Experiment, 18 davon meine», meinte Atkinson.

«Mir fällt gerade eine der Hauptschlussfolgerungen der Mission ein» schloss der amerikanische Wissenschafter, «wenn Sie nach einem Job mit schnellem und garantiertem Erfolg suchen: Meiner ist es nicht!»

(dapd)

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