Aktualisiert 04.04.2012 14:48

Kein GPS-Signal

Schaltjahr legt «Navis» von TomTom lahm

Navigationsgeräte aus dem Hause TomTom haben teilweise mit einem fiesen Software-Fehler zu kämpfen. Ausgerechnet auf den 1. April hin verloren viele Geräte die Orientierung.

von
dsc
Wegen eines Programmierfehlers fiel bei mehreren TomTom-Modellen das GPS-Signal aus. Nach einem Software-Update sollten alle Geräte wieder normal funktionieren.

Wegen eines Programmierfehlers fiel bei mehreren TomTom-Modellen das GPS-Signal aus. Nach einem Software-Update sollten alle Geräte wieder normal funktionieren.

Wer TomTom hört, denkt an die praktischen Navigationshilfen, die mit ruhiger Stimme den Weg weisen. Allerdings dürften sich viele TomTom-Nutzer im falschen Film gefühlt haben, als sie kürzlich ihren elektronischen Reisehelfer starteten. Das Gerät versagte plötzlich den Dienst.

Im deutschsprachigen TomTom-Forum ärgerte sich ein Betroffener: Der Totalausfall habe ihm ein Vorstellungsgespräch versaut und ihn an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht. «Ich musste meinen Vielleicht-Chef anrufen, der mich per Handy zu sich lotste.»

Ein «Schaltjahrfehler»

TomTom räumt ein, dass es in den vergangenen Tagen zu technischen Schwierigkeiten gekommen sei. Seit dem 31. März (Samstag) könne bei einigen TomTom-Navigationsgeräten ein Problem mit dem GPS-Empfang auftreten, heisst es auf der Firmen-Website. Und weiter: «Das Problem wurde durch einen Schaltjahrfehler in der von einem unserer Lieferanten verwendeten Software des GPS-Empfängers verursacht.»

Ein Schaltjahrfehler? Da fühlt man sich in die Zeit des Millenium-Bugs zurückversetzt, der um die Jahrtausendwende für Schlagzeilen sorgte. Beim TomTom-Blackout stellt sich die Frage, warum ein solcher Zeitberechnungs-Fehler erst Ende März auftrat - und nicht schon beim Übergang vom 28. auf den 29. Februar.

Natürlich liessen die ironischen Kommentare der Navi-Nutzer nicht lange auf sich warten. Einer schreibt im Support-Forum: «Diese Anfängerprobleme wurden in der Urzeit der EDV-Programmierer sehr schnell erkannt und ausgemerzt und an den Programmierern von TomTom ist dieser Kelch des Wissens vorbeigegangen?»

Gegenüber 20 Minuten Online nimmt ein Sprecher des Unternehmens Stellung. Er bestätigt, dass der Schaltjahrfehler tatsächlich erst am Ende des darauffolgenden Monats aufgetreten sei - also Ende März. Es handle sich um einen Programmierfehler im GPS-Chipsatz, der von einem Drittanbieter komme. Die TomTom-Ingenieure seien davon ebenfalls überrascht worden.

Update erhältlich

Laut TomTom-Stellungnahme sind diverse Modelle betroffen, darunter auch mehrere Geräte der populären Go-Live-Serie. Die gute Nachricht für die betroffenen Kunden: Sie können das GPS-Problem mit einem Software-Update beheben. Damit die Aktualisierung über das Internet klappt, muss man das Gerät über ein USB-Kabel an den Computer (mit Internetverbindung) anschliessen. Daraufhin muss man sich auf der TomTom-Website als Nutzer anmelden und die MyTomTom-Anwendung installieren. Nach der Aktualisierung sollte das Gerät ausgeschaltet und ein Reset durchgeführt werden.

Was meinen Sie?

Die Rückmeldungen der Nutzer, die das Update installiert haben, sind nicht restlos positiv. Einzelne beklagen sich im Support-Forum, dass sie nach dem Update Probleme mit gewissen Live-Diensten hätten. Diese Probleme hätten nichts mit dem Update zu tun, erklärt der TomTom-Sprecher. Das zeitliche Zusammentreffen sei rein zufällig. Es seien seines Wissens keine Schweizer Kunden betroffen.

Welche Erfahrung haben Sie mit TomTom gemacht?

Nichts verpassen

Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.