Sexismus: Scharfe Game-Babes am Pranger
Aktualisiert

SexismusScharfe Game-Babes am Pranger

Schweden denkt laut über die Einführung einer neuen Kennzeichnung für Games nach. Künftig soll ein Label informieren, ob ein Spiel Geschlechtergleichheit fördert.

von
Ill-FiL
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Heldin oder nur Projektionsfläche für Männerfantasien? Eine der wohl kontroversesten (und deshalb wohl auch beliebtesten) Game-Figuren ist Lara Croft aus den «Tomb Raider»-Games. Der erste Titel erschien 1996.

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Eidos Interactive
Neben ihren virtuellen Abenteuern glänzte Miss Croft vor allem als Merchandise-Produkt.

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Von der Polygon-Schönheit gibt es von T-Shirts über Tassen bis hin zu Bettwäsche (fast) alles zu kaufen.

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Die seit längerer Zeit anhaltende Diskussion um Sexismus in Videogames wird durch die schwedische Gamebranche befeuert. Wie die Newssite The Local meldet, denkt die Game-Industrie des skandinavischen Staates über die Einführung eines Sexismus-Ratings für Computerspiele nach.

Neben Hinweisetiketten zur Altersbeschränkung, Darstellung von Gewalt, Drogenmissbrauch und dergleichen mehr könnten Game-Verpackungen künftig mit einem Label versehen werden, das darüber informiert, ob ein Titel die Gleichberechtigung der Geschlechter fördert. Der Schwedische Dachverband Dataspelbranschen hat für die erste Jahreshälfte 2015 eine Machbarkeitsstudie für das Projekt in Auftrag gegeben.

Schweden als «Signalfeuer»

Unklar ist man sich bei den Initianten gemäss Projektmanager Anton Albiin derzeit noch darüber, ob die Kennzeichnung über die positive oder die negative Umsetzung der Gleichbehandlung informieren soll. Für eine positive Etikettierung würde sprechen, dass Entwickler von Games, die die Gleichheit fördern, das neue Label als eine Art Zertifikat für Marketingkampagnen nutzen könnten, so Albiin. Für welche Variante sich die schwedische Game-Branche auch entscheidet, im hohen Norden ist man sich der Vorreiterrolle im Bereich Gleichstellung in Videogames bewusst. «Mir ist auf der ganzen Welt kein Projekt bekannt, das diese Frage aufwirft. Natürlich ist uns daran gelegen, dass Schweden diesbezüglich zu einem Signalfeuer wird.»

Die schwedische Game-Industrie hat im vergangenen Jahr enorm erfolgreich gewirtschaftet. Der Umsatz der ansässigen Game-Entwickler wuchs 2013 um fast 80 Prozent auf den Rekordwert von rund 910 Millionen Franken. Während sich das skandinavische Land nun für die Gleichbehandlung von Spielfiguren beider Geschlechter starkmacht, beträgt die Anzahl der in der schwedischen Game-Industrie beschäftigten Frauen gemäss dem Dachverband lediglich 16 Prozent.

Was ist Ihre Meinung zu Sexismus in Videogames? Bringt die Einführung eines Sexismus-Ratings für Games etwas oder wirkt sich ein solches am Ende gar negativ aus? Machen Sie mit bei der Umfrage und diskutieren Sie im Talkback mit!

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