Aktualisiert 29.06.2005 12:11

Scharon droht Siedlern mit eiserner Faust

«Wir können nicht zulassen, dass Banden das Land untergraben», sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon auf einer Kabinettssitzung.

«Wir müssen mit eiserner Faust gegen Hooligans vorgehen.» Scharon habe sich auch dafür ausgesprochen, Rabbiner zu bestrafen, die ihre Anhänger zum Widerstand gegen den Mitte August geplanten Abzug aufrufen.

Scharons Äusserungen erfolgten kurz nach einer Aktion extremistischer Abzugsgegner, die die Schnellstrasse Jerusalem-Tel Aviv eine Stunde blockierten, in dem sie Öl und Nägel auf die Fahrbahn schütteten. Nahe der Siedlung Schirat Hajam gingen israelische Soldaten gegen jüdische Siedler vor, die ein verlassenes palästinensisches Haus besetzten. Es kam zu einer Schlägerei; nach israelischen Medienberichten wurden fünf Personen verhaftet.

Ein jüdischer Bauer im Gazastreifen begann unterdessen mit dem Abbau seiner Treibhäuser. Der Siedler in Gadid ist der erste, der konkrete Vorbereitungen für seinen Wegzug einleitete. Es galt auch als Zeichen dafür, dass sich die 8.500 Bewohner Gadids mit der Umsiedlung nach Israel abzufinden beginnen.

Der Bauer Salim Michaeli sagte, er falte seine 60 Treibhäuser zusammen und handele mit der Regierung in Israel einen neuen Platz für sie in Israel aus. Gaza ist eines der produktivsten Anbaugebiete israelischer Bauern, die hier etwa Tomaten und Nelken für den Export nach Europa ziehen.

Die meisten jüdischen Siedlergruppen haben gewaltfreie Proteste gegen die für Mitte August anberaumte Räumung des Gazastreifens angekündigt. Eine extremistische Gruppe namens Nationale Heimat hatte für Mittwoch zu mehreren Strassenblockaden aufgerufen. Von der Aktion am Morgen distanzierte sie sich. «Das ist eine gefährliche Provokation, die Leben gefährdet und im Widerspruch zu unseren Prinzipien des gewaltfreien Widerstands steht», hiess es in einer Erklärung der Gruppe. (dapd)

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