Scharon-Kritiker Scharansky tritt zurück
Aktualisiert

Scharon-Kritiker Scharansky tritt zurück

Aus Protest gegen den Rückzug aus dem Gazastreifen hat der israelische Kabinettsminister Natan Scharansky am Montag seinen Rücktritt erklärt.

Im Armeerundfunk bezeichnete er die bevorstehende Räumung als «tragischen Fehler», der die Kluft in der israelischen Gesellschaft vertiefen und die palästinensische Gewalt fördern werde.

Ministerpräsident Ariel Scharon bedauerte zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung den Rücktritt Scharanskys, der am Mittwoch wirksam wird. Der einstige sowjetische Dissident, der 1986 nach Israel immigrierte, gehört zu den schärfsten Kritikern des von Scharon befürworteten Rückzugs aus dem Gazastreifen. In seinem Rücktrittschreiben an den Regierungschef bekräftigte er sein Nein zu dem Plan. Scharansky sprach von einseitigen Zugeständnissen Israels an die Palästinenser.

Im Westjordanland wurden bei einer Schiesserei zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern ein Mitglied des Islamischen Dschihads und ein Soldat getötet. Wie der israelische Militärrundfunk berichtete, schoss der Mann bei Tulkarem auf die vorrückenden Soldaten. Es war die zweite israelische Militäraktion im Raum Tulkarem innerhalb von 48 Stunden. Tulkarem wurde im vergangenen Monat im Zuge des im Februar ausgerufenen Waffenstillstands an die palästinensischen Sicherheitskräfte übergeben. Der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat warf Israel vor, mit den Militäraktionen den Waffenstillstand zu gefährden.

Im Zuge einer Antikorruptionskampagne zerstörten palästinensische Sicherheitskräfte am Montag mit Planierraupen die Häuser von drei Polizeioffizieren nördlich der Stadt Gaza. Die Offiziere hatten das öffentliche Land illegal in Besitz genommen.

Erdogan besucht Al-Aksa-Moschee

Einen Tag nach seinen Gesprächen mit der israelischen Regierung besuchte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Montagmorgen die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Die Moschee auf dem Tempelberg ist die drittheiligste Stätte des Islams. Der Tempelberg ist auch eine heilige Stätte der Juden.

Nach dem Besuch der Al-Aksa-Moschee begab sich Erdogan nach Ramallah zu Gesprächen mit der palästinensischen Führung. (dapd)

Deine Meinung