Scharon umgarnt Arbeitspartei

Aktualisiert

Scharon umgarnt Arbeitspartei

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon will offenbar mit einer Einbindung der gemässigten Arbeitspartei in die Regierung sein politisches Überleben sichern.

Scharon muss damit rechnen, dass sein bislang wichtigster Partner, die säkulare Schinui-Partei, aus Protest gegen den Haushaltsentwurf am Mittwoch die Koalition verlässt. Wenn das passiere, werde er der Arbeitspartei eine Regierungsbeteiligung anbieten, sagte Scharon laut einem Bericht der Tageszeitung «Jediot Ahronot» (Dienstagausgabe).

Aus Kreisen der Arbeitspartei verlautete, Scharon habe bereits entsprechende Kontakte aufgenommen. Der Ministerpräsident hat die Schinui-Partei mit finanziellen Zugeständnissen an religiöse Parteien verärgert. Sie will deshalb in der Knesset gegen den Haushalt stimmen.

Im Streit um den geplanten Abzug aus dem Gazastreifen hatte Scharon schon vor mehreren Monaten seine Mehrheit im Parlament verloren. Die oppositionelle Arbeitspartei, die die Räumung jüdischer Siedlungen billigt, hat den Ministerpräsidenten seitdem wiederholt bei Abstimmungen in der Knesset unterstützt. Hardliner in Scharons Likud-Block sind gegen eine Koalition mit der Arbeitspartei. (dapd)

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