Jagd auf den Terror-Boss: Schatzsucher will Bin Ladens Leiche bergen
Aktualisiert

Jagd auf den Terror-BossSchatzsucher will Bin Ladens Leiche bergen

Ein exzentrischer Kalifornier will mit einer Tauchexpedition die Leiche von Osama Bin Laden finden – um zu beweisen, dass der Terrorfürst wirklich tot ist. Oder eben nicht.

von
pbl

Totgesagte leben länger: Das gilt auch und erst recht für Osama Bin Laden, der am 2. Mai von einer US-Eliteeinheit im pakistanischen Abbottabad aufgespürt und getötet wurde. Obwohl selbst das Terrornetzwerk Al Kaida den Tod seines Gründers bestätigt hat, zweifeln Skeptiker und Verschwörungstheoretiker unverdrossen daran, dass Bin Laden wirklich tot ist.

Ein kalifornischer Schatzsucher will nach US-Medienberichten nun den ultimativen Beweis erbringen und die Leiche Bin Ladens aus dem Arabischen Meer fischen. Dort war sie noch am Tag seines Todes vom Flugzeugträger USS Carl Vinson aus versenkt worden. «Ich tue es, weil ich ein patriotischer Amerikaner bin und die Wahrheit erfahren will», sagte Bill Warren der Zeitung «New York Post». Er tue es «für die Welt».

U-Boot mit High-Tech-Ausrüstung

Der Kalifornier, der je nach Medium 59 oder 67 Jahre alt ist, hat nach eigenen Angaben bereits 150 Schiffswracks entdeckt und Schätze im Wert von mehreren Millionen Dollar geborgen. Aufspüren will er den Leichnam im Juli mit einem 60 Meter langen U-Boot, das derzeit in einem indischen Hafen liege, und High-Tech-Ausrüstung. Man werde die gleiche Technologie anwenden wie bei der Suche nach der Titanic, sagte Warren.

«Sobald wir die Leiche bergen, werden wir Fotos, Videos und einen DNA-Test machen», kündigt Warren an. Es sei ein Fehler, dass die Regierung Obama die Fotos des toten Bin Laden nicht veröffentlicht habe, sagte der Taucher. Um den Zustand der Leiche scheint er sich keine Sorgen zu machen: «Der Körper befindet sich in einem versiegelten Leichensack der Marine, die Fische können nicht an ihn ran kommen.»

Er lebt oder ist schon lange tot

Wenn er denn auf dem Meeresgrund liegt. Mehrere alternative Theorien werden in einschlägigen Foren herumgereicht. Osama Bin Laden sei ein Konstrukt der CIA, um die Kriege in Afghanistan und im Irak zu rechtfertigen, heisst es etwa. Besonders beliebt ist die Behauptung, der Terrorfürst sei schon lange tot. Oder im Gegenteil: Bin Laden lebe nach wie vor, sein Tod sei eine Propaganda-Inszenierung der US-Regierung.

Die Kosten der Expedition schätzte Bill Warren auf rund eine Million Dollar. Das Geld soll von Geschäftspartnern kommen. Genauere Angaben wollte er jedoch nicht liefern. Geld scheint ein wichtiges Motiv zu sein. «Es ist immer noch eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt, die niemand abgeholt hat», sagte Warren gegenüber ABC News. Doch da hat er sich verrechnet: Das Kopfgeld ist mit dem offiziellen Tod Bin Ladens verfallen.

Deine Meinung