Wertvolles Gut im Wrack: Schatzsucher wollen Beute nicht teilen
Aktualisiert

Wertvolles Gut im WrackSchatzsucher wollen Beute nicht teilen

Der Streit amerikanischer Tauchspezialisten und der spanischen Regierung um 17 Tonnen Gold- und Silbermünzen geht in eine neue Runde.

von
Greg Bluestein
AP
Die «Schatzsucher» verladen am 16. Mai 2007 ihre Beute an einem geheimen Ort in ein Flugzeug.

Die «Schatzsucher» verladen am 16. Mai 2007 ihre Beute an einem geheimen Ort in ein Flugzeug.

Amerikanische Schatzsucher und die spanische Regierung haben ihren Streit um einen millionenschweren Fund aus dem Jahr 2007 vor Gericht fortgesetzt. Das Unternehmen Odyssey Marine Exploration forderte am Dienstag in Atlanta ein Berufungsgericht auf, ein früheres Urteil zurückzunehmen, wonach die 17 Tonnen Gold- und Silbermünzen, Schmuck und andere Stücke Spanien gehören.

Die Anwälte der Schatzsucher erklärten, das Berufungsgericht müsse sich an die Regel halten, nach der dem Finder der Schatz gehöre. Die spanischen Anwälte führten dagegen an, die US-Gerichte seien an internationale Verträge gebunden, nach denen der Schatz an Spanien zurückzugeben sei.

Das Schiff, die «Nuestra Señora de las Mercedes y las Animas», wurde 1804 von einem britischen Kriegsschiff im Atlantik versenkt. Odyssey verkündete im Mai 2007, es habe mehr als 500 000 Silbermünzen und andere Artefakte aus dem Wrack vor der portugiesischen Küste geholt und nach Tampa in Florida gebracht. Spanien ging vor Gericht und erreichte, dass im Juni 2009 ein Urteil, wonach der Schatz an Madrid zurückgegeben werden muss.

Handels- oder Kriegsschiff?

Am Dienstag trafen sich die Beteiligten erneut vor Gericht. Dieses Mal ging es hauptsächlich darum, ob die «Nuestra Señora de las Mercedes y las Animas» ein Handels- oder ein Kriegsschiff war. Odysseys Anwälte erklärten, das Wrack sei damals ein Handelsschiff gewesen, daher habe Spanien keinen Anspruch auf den Schatz. Laut internationalen Verträgen sind allgemein Kriegsschiffe vor Schatzsuchern geschützt.

Die Richter wollten von den Unternehmensanwälten allerdings wissen, warum die Schatzsucher auch Munition und Kanonen bargen, wenn das Schiff doch nicht für den Kriegseinsatz bestimmt gewesen sei. Anwältin Melinda MacConnel erläuterte, die Regierung hätte in Kriegszeiten dem Schiff die gefährliche Reise über den Atlantik nicht erlaubt. «Sie (die «Nuestra Señora de las Mercedes y las Animas») segelte in einer Zeit der Neutralität», erklärte MacConnel. «Ihre Decks waren zugestellt mit der Fracht privater Händler. Sie wäre gar nicht in der Lage gewesen zu kämpfen.»

Urteil erst in einigen Monaten

Der Anwalt Spaniens, James Goold, argumentierte, die US-Gerichte seien in diesem Fall nicht zuständig. Er forderte eine Abweisung der Klage, damit spanische Richter ein Urteil fällen könnten. Ein Kriegsschiff und seine Besatzung, die auf dem Meeresgrund ruhten, stellten einen «geheiligten Ort» dar, der durch internationale Gesetze vor Schatzsuchern geschützt werde. Mit einem Urteil wird erst in einigen Monaten gerechnet.

Noch komplizierter wird der Fall durch zahlreiche weitere Antragsteller. So machten etwa 25 Nachfahren von Händlern, die damals auf dem Schiff Fracht transportierten, Ansprüche geltend. Auch Peru forderte einen Anteil mit dem Argument, das Land sei damals Teil des spanischen Königreichs gewesen. Die geborgenen Münzen seien wahrscheinlich in Lima geprägt worden.

Richter Frank Hull wollte den Fall nach eigenen Angaben jedoch nicht unnötig komplizieren. «Die Tatsache ist, hier geht es um Geld», sagte er.

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