FC Bayern München: Schaulaufen in Zürich
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FC Bayern MünchenSchaulaufen in Zürich

The Dolder Grand heisst die Temporäranschrift des FC Bayern München beim Gastspiel in Zürich. Dass am Dienstagabend im Letzigrund nach dem 2:0-Hinspielsieg noch etwas schiefgehen kann, glaubt keiner.

von
Sandro Compagno
Der 22-fache Deutsche Meister hat im Dolder Grand hoch über Zürich Quartier bezogen. (Keystone)

Der 22-fache Deutsche Meister hat im Dolder Grand hoch über Zürich Quartier bezogen. (Keystone)

Bastian Schweinsteiger kratzt sich am Kopf. Die Frage an der Medienkonferenz lautet: «Was spricht jetzt noch gegen die Bayern?» und erfordert offensichtlich ­einiges an Gedankenarbeit. «Vielleicht, wenn wir nachlässig werden», sagt er dann. «Und vielleicht das 0:1 kassieren und die Zürcher wecken.» Vielleicht. Sehr viel grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus Münchner Sicht gar nichts mehr anbrennt. Eine Quote von 1:1,01 ­offerierte ein grosser Wettanbieter gestern für das Weiterkommen der Bayern.

Die Spannung vor diesem Rückspiel im Playoff der Champions League ist in homöopathischen Dosen vorhanden. Der dreitägige Aufenthalt im Nobelhotel mit wunderbarem Blick über die Stadt und den Zürichsee soll für den FC ­Bayern München eine Dienstreise der angenehmen Art sein. Das Spiel im mit 23 500 Zuschauern ausverkauften Letzigrund hat den Status eines Schaulaufens (20.45 Uhr, SF zwei und 20-Minuten-Liveticker). So spricht auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes nicht von «Siegen um jeden Preis», sondern von einer «Verpflichtung unseren Fans gegenüber». Millionen würden vor den Fernsehgeräten sitzen, sagt der 66-Jährige, die darf ein Verein mit dem Anspruch des FC Bayern nicht enttäuschen. ­Heynckes hat die 0:2-Pleite des FC ­Zürich gegen Neuchâtel Xamax auf DVD ge­sehen und bemüht sich dennoch um nette Worte: «Meine Meinung bleibt: Der FC Zürich ist eine gute Mannschaft. Aber wir sind ein europäisches Top-Team,

das einen solchen Gegner schlagen muss.»

Klar ist, dass die Bayern keine B-Elf präsentieren werden. Heynckes will, dass seine Mannschaft «im Spielverständnis und den Automatismen einen Schritt nach vorne» macht. Das geht nur, wenn die bestmögliche Mannschaft auf dem Platz steht. Eine Mannschaft, die am Samstag den HSV mit 5:0 bezwungen hat. Das Resultat darf den Zürchern ruhig als Warnung dienen.

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