Sylvester Stallone: «Schauspieler sind wild»

Aktualisiert

Sylvester Stallone«Schauspieler sind wild»

Sylvester Stallone versammelt für seinen neuen Film «The Expendables» ein unvergleichliches Ensemble von Actionstars um sich. Mit 20 Minuten sprach der Italian-Stallion exklusiv über diesen explosiven Film.

von
Raya AbiRached
London

Silvester Stallone, «The Expendables» (Video) kommt ohne übermässige Computereffekte aus. Vermissen Sie denn die klassischen Actionfilme?

Sylvester Stallone: Damit kenne ich mich eben aus. Das ist, als würde man in die Mythologie zurückversetzt, in den Kampf Mensch gegen Maschine und den des Menschen gegen alle denkbaren Widrigkeiten. Diese Art der Geschichte von Gut gegen Böse ist immer faszinierend. Ich wollte sie vereinfachen, ohne zu viele super Spezialeffekte, sozusagen mit mehr Handarbeit. Ich glaube, es gibt eine Menge junger Männer und Frauen, die diese Art von Film seit langer Zeit nicht mehr gesehen habe. Ich sagte mir, okay, das ist das, was ich immer gemacht habe. Dann tue ich es auch, solange ich noch kann.

Neben Ihnen sind Jason Statham, Dolph Lundgren, Mickey Rourke (Video), Jet Li und in Gastauftritten Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zu sehen. Wie konnten Sie sich als Regisseur bei derartig viel Testosteron durchsetzen?

Das war hart. Man wacht jeden Morgen mit einer Waffe am Kopf auf und wird genötigt, nett zu sein (lacht). Es ist wirklich hart. Interessant ist, dass die Athleten wie Steve Austin, Randy Couture und Terry Crews durch ihre Sportarten extrem diszipliniert sind. Den anderen Schauspielern muss man sich anders annähern. Mit jedem einzelnen Typen muss man anders sprechen, um das Beste aus ihm herauszuholen. Man hat einige Egos dabei und auch einiges an Feuerkraft, das können Sie mir glauben.

Andere Regisseure sind bei den Dreharbeiten (Video) nicht so nett zu ihren Schauspielern…

Nein, das sind sie nicht und das ist unklug. Ich verhalte mich so, als ob ich mit einem starken, wilden Tier arbeiten würde. Schauspieler sind wild, sie leben in ihrer Phantasie und fühlen sich dort meistens wohler als Zuhause. Egal was sie sagen, sie lieben das. Es liegt ihnen im Blut. Wenn sie 24 Stunden am Tag spielen könnten, würden sie das tun. Und jeder Einzelne von ihnen ist nervös. Ich bin nervös, wir sind alle nervös. Also musst du mit ihnen reden, sie fragen, was im schlimmsten Fall passieren könnte und ihnen sagen: «du musst nicht sterben, alles wird gut. Keiner hat Krebs, denn das wäre ein Problem, aber dieser Film ist kein Problem. Habt einfach Spass damit! Ich sage es dir, wenn du gut bist und wenn du schlecht bist. Ich verspreche, dass ich auf dich aufpasse. Also, lass uns anfangen.»

Verraten Sie uns, was ihre grossen Filme «Rocky» und «Rambo» zu Klassikern gemacht hat?

Der letzte «Rocky» war wohl der tiefgründigste Film, den ich je gemacht habe, weil er sehr biographisch war. Es geht dabei um mein Leben in Rockys Körper. Ich musste da durch und das war ein langer Weg. Ich habe es gehasst, dass meine letzten Filme davor wirklich furchtbar waren. Und ich sagte, dass ich Rocky meistern möchte und bei der Sache gut rein und gut rauskommen will. In Rambo geht es darum, was Isolierung bewirken kann und es ging auch um die Probleme in Burma. Davon hatte zuvor kaum jemand gehört. Man kann dieses Gefühl quasi greifen, er ist ein Atheist und geht am Ende alleine auf der dunklen Strasse entlang. Er repräsentiert das genaue Gegenteil von Rocky. Rambo ist ein Pessimist und Rocky ein Optimist. Es ist toll, diese beiden Figuren zu haben und Gut und Böse spielen zu können.

So schreibt man Filmgeschichte.

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