Aktualisiert 22.05.2019 07:57

Tamy Glauser will in Nationalrat

«Schaut zuerst auf euch, bevor ihr mich ‹hatet›»

Bald soll erstmals ein Model im eidgenössischen Parlament politisieren. Die Grünen des Kantons Zürich nominieren Tamy Glauser für einen Sitz im Nationalrat.

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jk/sbr/fss

Am Dienstagabend gaben die Grünen des Kantons Zürich die Namen ihrer Nominierten für die Parlamentswahl vom Oktober bekannt. Darunter ist ein Name, der bestens bekannt ist: Tamy Glauser (34). Was schon längst vermutet wurde, ist nun Gewissheit: Tamy Glauser kandidiert für einen Sitz im Nationalrat. Das Model erhält Listenplatz 10 und befindet sich damit vor lokal bekannten Politiker.

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Die Grünen nominierten sie auf Listenplatz 10 für die Nationalratswahlen.

Die Grünen nominierten sie auf Listenplatz 10 für die Nationalratswahlen.

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Tamy Glauser mit ihrer Partnerin Dominique Rinderknecht an der Nominationsversammlung zu den Nationalratswahlen der Grünen Kanton Zürich am Dienstag,

Tamy Glauser mit ihrer Partnerin Dominique Rinderknecht an der Nominationsversammlung zu den Nationalratswahlen der Grünen Kanton Zürich am Dienstag,

Keystone/Ennio Leanza
Tamy Glauser an der Klimademo in Zürich: Ihr Grossvater war bereits Nationalrat.

Tamy Glauser an der Klimademo in Zürich: Ihr Grossvater war bereits Nationalrat.

instagram.com/tamynation, Foto von @dominique_rinderknecht

Das Schweizer Model lebt in Paris und hat vor dem internationalen Durchbruch einige Semester Soziologie studiert. Glauser ist mit der Ex-Miss-Schweiz Dominique Rinderknecht (29) zusammen. Die beiden werden auch Tamynique genannt und setzen sich für die Rechte von Homosexuellen sowie für Umweltschutz ein.

«Fühle mich wie bei ‹House of Cards›»

Noch im Dezember hatte Glauser im Rahmen einer Veranstaltung zur Bundesratswahl zu 20 Minuten gesagt: «Wie es punkto Politkarriere aussieht, wird sich zeigen. Ich finde es sehr spannend, was hier alles passiert. Ich fühle mich wie mitten in einer Episode der Serie ‹House of Cards›.» Damals hatte Glauser Viola Amherd (CVP) unterstützt, die dann auch in den Bundesrat gewählt wurde. Amherd sei gesellschaftsliberal und engagiere sich für die Klimapolitik. Das seien Punkte, die ihr ebenfalls am Herz liegen würden, so Glauser.

Bei einer erfolgreichen Wahl würde Glauser in die Fussstapfen ihres verstorbenen Grossvaters treten. Walther Hofer war einst im Nationalrat, allerdings für die SVP. Am Rande der Nomination sorgte der SVP-Mann Michael Frauchiger für Diskussionen. Er bezeichnete das Topmodel, das sich für LGBT-Menschen einsetzt, auf Twitter als «Ding».

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