Talk-Runden-Rating: «Schawinski ist in meiner Stube nicht erwünscht»
Aktualisiert

Talk-Runden-Rating«Schawinski ist in meiner Stube nicht erwünscht»

Reinhold Beckmanns Talkshow wird Ende 2014 eingestellt. Ginge es nach dem Leser, sollten auch einige Schweizer Sendungen von der Mattscheibe verschwinden. Vor allem eine schneidet schlecht ab.

von
V. Weber

Auf den deutschen TV-Sendern läuft praktisch jeden Abend mindestens eine Talkshow. Von Anne Will, über Frank Plasberg, bis hin zu Sandra Maischberger – immer wieder werden ähnliche Themen mit ähnlichen Gästen diskutiert. Ab 2015 wird es ein Format dieser Art weniger geben: «Beckmann» wird bis Ende nächsten Jahres eingestellt. Auf die Frage, welche Talksendung noch von der Mattscheibe verschwinden sollte, antwortete Leser K. Frei: «Ich könnte auf alle verzichten. Alles Zeitverschwendung und unnötiger Gebührenverbrauch».

Einige User sind der Meinung, dass das Fernsehen schlicht das falsche Medium für Talkrunden ist: «Für Talk gibt es doch das Radio. Und Fernsehen wäre doch da, um etwas zu sehen. Von mir aus könnt ihr all das Gerede am TV abschaffen», schreibt Ruedi Lanz. Leserin Badkappenfrieda schiesst in eine ähnliche Richtung: «Wozu brauch ich die ganzen Talksendungen im TV? Es gibt genug unabhängige Podcaster, die ansprechendere Sendungen machen.»

«Viel geredet und nichts gesagt»

Insgesamt schneiden die Schweizer Formate nicht gut ab. So schreibt Konnie: «Im Schweizer Fernsehen wird ohnehin zuviel geredet und wenig gesagt.» Und Victor sagt: «Die deutschen Talkshows sind um einiges besser als die Schweizer. Liegt es eventuell an den nicht so trockenen Themen, wie sie in der Schweiz behandelt werden? Ich glaube in der Schweiz ist nur Aeschbacher brauchbar.» Auch im Rating schnitten die deutschen Formate deutlich besser ab als die Talksendungen aus der Schweiz (siehe Bildstrecke oben).

Neben der allgemeinen Kritik nannten einige Leser auch konkrete Formate, die sie gerne abschaffen würden: «Eindeutig der ‹Club›. Nichtssagendes, langes Geschwafel», schreibt Mäx Hasler. Und Markus findet: «Die Arena ist sowas von überflüssig. Man könnte meinen, es sei der Nabel der Welt.» Für eine Talksendung hagelt es ganz besonders viel Kritik: «Schawinski ist in meiner Stube nicht erwünscht! Dieser Selbstdarsteller, der seine Gäste nicht ausreden lässt. Ich wundere mich, dass der überhaupt noch Gäste findet», schreibt Arnoldo. Samy schliesst sich dem an: «Ich stimme ebenfalls für die Abschaffung von Schawinskis primitiver Show meist mit langweiligen politischen Gästen und belanglosem Gesprächsinhalt.»

«Ich polarisiere eben»

Im Rating sollten die Leser abstimmen, welche Sendung(en) sie am liebsten abschaffen würden. Auch da landete «Schawinski» auf dem ersten Platz. Roger Schawinski kann dieses negative Feedback nicht bestätigen: «Ich bin eben kein Beckmann, ich polarisiere bewusst. Aber meine Sendung läuft ausgesprochen gut, und dies trotz eines sehr späten Ausstrahlungstermins. Anders als Günther Jauch profitiere ich nicht von einem Top-Sendeplatz gleich nach dem Tatort. Trotzdem steigen meine Marktanteile laufend weiter und sind höher als diejenigen von Jauch und den anderen deutschen Talkshows. Das Format etabliert sich immer mehr.»

Dass die deutschen Formate verhältnismässig gut abgeschnitten haben, erklärt sich Schawinski folgendermassen: «Die deutschen Talksendungen erzielen in der Schweiz keine hohen Marktanteile, also bekommen die auch nicht viel Kritik ab. Direkt vergleichen lassen sich die Erfolge der deutschen und Schweizer Sendungen ohnehin nicht, da es zwei ganz verschiedene Märkte sind.» Neben der harschen Kritik schlagen sich dennoch ein paar Leser auf die Seite der Talkmaster: «Wieso solche Sendungen aus dem Programm kippen? Damit noch mehr Platz für Trash-Formate bleibt?! Nein, danke!», schreibt Trashy Bashy. Und Reto findet: «Talksendungen sind neben Sport noch das einzige, was man auf SRF schauen kann.»

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