Von wegen «Who cares?»: Schawinski verklagt «Radio Energy»

Aktualisiert

Von wegen «Who cares?»Schawinski verklagt «Radio Energy»

«Radio-1»-Chef Roger Schawinski hat den Geschäftsführer des Zürcher Privatsenders «Radio Energy Zürich», Dani Büchi, und mehrere Mitarbeitende angezeigt. Sie sollen sich des unlauteren Wettbewerbs schuldig gemacht haben.

Die Anzeige ging am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ein, wie diese bestätige. Es geht um eine «Energy»-Werbebroschüre. Darin werden Hörerzahlen der beiden Sender und dergleichen einander gegenübergestellt. Laut Schawinski sind die Zahlen falsch.

Der Streit entbrannte nach der Verteilung von drei Radio-Konzessionen für das Sendegebiet Zürich/Glarus mit gut 1,5 Millionen potenzieller Hörerinnen und Hörer im vergangenen Herbst. Beide Sender beanspruchen eine Konzession für sich.

Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hatte den Zuschlag «Radio 1» gegeben. Die zweite und dritte gingen an «Radio 24» und «Radio Zürisee». Das dem Ringier-Verlag gehörende «Energy» ging leer aus.

Im Dezember rekurrierte der Sender gegen den UVEK-Entscheid. Das Urteil des Verwaltungsgerichts wird in Kürze erwartet. Freie UKW-Frequenzen stehen im Grossraum Zürich laut UVEK zurzeit nicht zur Verfügung.

(sda)

Die Folgen der Konzessionsvergabe

sind für die Radio- und die Fernsehsender unterschiedlich:

Radiosender

Da UKW-Frequenzen für die drahtlose terrestrische Verbreitung von Radioprogrammen knapp sind, vergibt das Uvek zum Beispiel für das Sendegebiet Zürich-Glarus nur drei Konzessionen.

Für den abgewiesenen Sender Radio Energy bedeutet das faktisch das Aus, obwohl er sein Programm auch via Internet, Kabel oder Digital Audio Broadcasting (DAB) verbreiten könnte. DAB ist zukunftsträchtig, erreicht aber zur Zeit noch entschieden zu wenig Hörer.

Fernsehsender

Eine Konzession benötigt eine Fernsehstation nur dann, wenn sie Gebührengelder beansprucht.

Da TeleZüri ohnehin nur Gebühren für die in der Konzession vorgeschriebenen Programmfenster für die Kantone Schaffhausen und Thurgau erhielt, erleidet der Sender gemäss Bakom-Angaben wegen der entgangenen Gebührengelder keine finanziellen Einbussen. Denn ohne Konzession darf der Sender auf diese aufwändigen Programmfenster verzichten. Zudem darf TeleZüri ohne staatliche Fesseln sein Verbreitungsgebiet selber bestimmen und über sein bisheriges Gebiet hinaus senden. Möglicherweise kann TeleZüri also im Analognetz bleiben und seine Position sogar stärken.

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