Erster Talkshow-Auftritt: Schawinskis bissige Premiere
Aktualisiert

Erster Talkshow-AuftrittSchawinskis bissige Premiere

Die Erwartungen an seine neue Talkshow waren immens. Doch Roger Schawinski machte seinem Ruf als hartnäckiger Talkmaster alle Ehre. Seine aufsässige Art wirkte bisweilen allerdings etwas gezwungen.

von
Laura Hüttenmoser

Am Montagabend war es so weit: Auf SF 1 wurde erstmals «Schawinski» ausgestrahlt. Zu Gast war Privatbankier Konrad Hummler, doch im Grunde interessierte vielmehr der Auftritt von Roger Schawinski. Der Medienpionier hatte seine Talkshow als «temporeiche Sendung mit wichtigen Gästen» angekündigt und so die Erwartungen von Zuschauern und Medienleuten geschürt. Der 66-Jährige ging in seiner Rolle als ­hartnäckiger Talkmaster zweifellos auf: Er fiel seinem Gast permanent ins Wort und scheute sich nicht davor, kritische Fragen zu stellen. So wollte er beispielsweise vom Privatbankier wissen, wie viel Wert denn dessen Beteiligung an der Bank Wegelin & Co. habe.

Seine spitze Zunge und enorme Schlagfertigkeit half Schawinski zwar kaum weiter, denn der redegewandte Hummler liess sich nur schwerlich in die Enge treiben. Dank seinem fundierten Fachwissen konnte der Radio-1-Gründer seinem Gast immerhin erfolgreich Paroli bieten. Jedoch wirkte seine aufsässige Art oft etwas gezwungen und anstrengend. Schawinski erweckte den Eindruck, den Erwartungen an seine Person um jeden Preis gerecht werden zu wollen. Leider fehlte in der Hitze des Gefechts oft die Tiefe; zu viele Themen galt es anzuschneiden. Bei einer Sendezeit von 30 Minuten zugegeben kein leichtes Unterfangen.

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