Aktualisiert 03.11.2009 19:43

VerbotScheibenwascher auf Roms Strassen verboten

An den Kreuzungen von Rom gibt es keine Scheibenwascher mehr:
Eine Anordnung von Bürgermeister Gianni Alemanno belegt seit
Anfang November alle Strassenverkäufer mit einem Bussgeld von 100 Euro.

An den wichtigsten Strassenkreuzungen stehen Polizeiposten, um einzuschreiten, sobald die Strassenverkäufer versuchen, mit kleinen Diensten oder Kunststücken Geld von Autofahrern zu sammeln. Die Beamten kontrollieren dabei gleichzeitig die Papiere der Ertappten.

«An jeder Strassenecke gab es Scheibenwascher, und immer mehr Bürger beklagten sich über ihre oftmals aufdringliche oder gar aggressive Art», verteidigte Alemannos Sprecher Fernando Magliaro die Massnahme.

Grünen-Chef Angelo Bonelli bezeichnete die Anordnung hingegen als «scheinheilig»: «Das Rathaus von Rom erklärt den Armen den Krieg, statt sich um die Armut zu kümmern.» Er befürchte, die Betroffenen würden «ausgegrenzt und in die Kriminalität getrieben».

Tatsächlich verdienen sich viele illegale Einwanderer auf diese Weise Geld. Babloo aus Bangladesch arbeitet bereits seit mehreren Jahren als Scheibenwascher. Anfangs, so erzählt er, verdiente er damit rund 40 Euro am Tag, inzwischen kommt er an besseren Tagen gerade mal auf 20 Euro.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.