Stadt Zürich: Scheich baut zu hoch – Baustopp im Atlantis

Aktualisiert

Stadt ZürichScheich baut zu hoch – Baustopp im Atlantis

Weil der Emir von Katar das Attikageschoss viel zu hoch bauen liess, hat die Stadt Zürich einen Baustopp des Luxushotel Atlantis verfügt. Noch ist das Problem nicht behoben.

20M
von
20M
1 / 6
Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Stadt Zürich am 28. Oktober 2014 einen Baustopp verfügt auf der Baustelle des Luxushotels Atlantis in Zürich-Wiedikon. Grund: Das Attikageschoss (unter dem Zeltaufbau) wurde zwei bis drei Meter höher gebaut als bewilligt.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Stadt Zürich am 28. Oktober 2014 einen Baustopp verfügt auf der Baustelle des Luxushotels Atlantis in Zürich-Wiedikon. Grund: Das Attikageschoss (unter dem Zeltaufbau) wurde zwei bis drei Meter höher gebaut als bewilligt.

Keystone/Steffen Schmidt
Erst am 25. Februar 2015 war die Atlantis-Baustelle in den Schlagzeilen. Die Gewerkschaft Unia liess die Arbeiten einstellen. Grund für die Blockade: Vorwurf des massiven Lohndumpings bei einer Baufirma - betroffen sein sollen rund 30 Gipser und Trockenmaurer vorwiegend aus Ungarn.

Erst am 25. Februar 2015 war die Atlantis-Baustelle in den Schlagzeilen. Die Gewerkschaft Unia liess die Arbeiten einstellen. Grund für die Blockade: Vorwurf des massiven Lohndumpings bei einer Baufirma - betroffen sein sollen rund 30 Gipser und Trockenmaurer vorwiegend aus Ungarn.

Leser-Reporter/Leser-Reporter
Das 1970  eröffnete Atlantis wird für rund 50 Millionen Franken wieder zu einem 5-Sterne-Haus aufgemöbelt - Eröffnung ist im voraussichtlich im September 2015.

Das 1970 eröffnete Atlantis wird für rund 50 Millionen Franken wieder zu einem 5-Sterne-Haus aufgemöbelt - Eröffnung ist im voraussichtlich im September 2015.

Keystone/Walter Bieri

Ganze zwei bis drei Meter zu hoch als bewilligt hat der Emir von Katar das Attikageschoss des Luxushotels Atlantis bauen lassen. Die Stadt Zürich verfügte deshalb am 28. Oktober 2014 einen Baustopp, wie Matthias Wyssmann, Sprecher des Hochbaudepartements, am Dienstag gegenüber dem «Blick» bestätigte.

Zwar hob sie den Stopp am 5. November teils auf – das Problem ist aber noch nicht behoben. Laut dem Bericht ist das Dach zu massiv gebaut und für die Haustechnik müsse ebenfalls ein neuer Ort gefunden werden. «Dafür sucht man weiter nach einer Lösung. Wir sind im Gespräch mit der Bauherrschaft», sagt Wyssmann.

Beteiligte geben sich wortkarg

Bei der Bauherrin, Neue Atlantis AG, die im Besitz des Emirs von Katar ist, äussert man sich nicht konkret zum Baustopp. Nur so viel: «Die Bauherrschaft befindet sich während des gesamten Bauprozesses im engen Austausch mit dem Hochbaudepartement.»

Auch beim verantwortlichen Generalunternehmen Priora gibt man sich wortkarg und will laut «Blick» nichts dazu sagen. Die Firma gehört Remo Stoffel. Der Churer war in den letzten Wochen in den Medien wegen seines geplanten Riesen-Hotel-Turms in Vals GR.

Wegen Lohndumping in den Schlagzeilen

Die Atlantis-Baustelle hatte erst kürzlich für Schlagzeilen gesorgt: Die Gewerkschaft Unia liess am Morgen des 25. Februar die Arbeiten vorübergehend einstellen. Vorwurf: massives Lohndumping bei Gipsern und Trockenmaurern. Am Pranger stand die Gipser-Firma Goger-Swiss.

Das 1970 eröffnete und 2004 geschlossene 5-Sterne-Hotel Atlantis wird bis im Sommer für über 60 Millionen Franken um- und neugebaut. Die Eröffnung ist auf September terminiert. Betrieben wird das Haus von der Giardino-Gruppe aus Ascona. «Wir wollen Tessiner Sonne nach Zürich bringen», sagte Giardino-Chef Philippe Frutiger der «SonntagsZeitung» 2014.

Deine Meinung