Genfer Prozess: Scheich bestreitet Auspeitschung
Aktualisiert

Genfer ProzessScheich bestreitet Auspeitschung

Der vom Genfer Polizeigericht wegen Körperverletzung verurteilte Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat im Berufungsprozess seine Unschuld beteuert. Sein Anwalt verlangte am Montag einen Freispruch wegen Mangels an Beweisen.

Sein Klient, Falah bin Zayed bin Sultan al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Emirate, habe im August 2003 in einer Hotelbar in Genf zwar einen Wortwechsel mit einem US-Amerikaner gehabt. Mit einem Gurt geschlagen habe er diesen aber nicht. Das vermeintliche Opfer wolle nur eine möglichst hohe Abfindung kassieren, vermutete der Anwalt.

Dies sehen der Anwalt des Amerikaners und Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli anders: Sie berufen sich auf unabhängige Zeugen, die gesehen haben wollen, wie der Scheich den Kläger ohrfeigte, zu Boden warf und mit der Schnalle seines Gürtels ins Gesicht und am ganzen Körper schlug.

Auslöser des Streits war eine vom Scheich spendierte Flasche Champagner, die der Amerikaner ablehnte. Der Angreifer war Anfang Juli 2008 zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 3000 Franken verurteilt worden. Zudem brummte ihm das Gericht eine Busse von 10 000 Franken, eine Entschädigung von 1000 Franken an den Kläger und die Prozesskosten auf.

(sda)

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