Aktualisiert 28.02.2014 10:00

Europacup

Scheiden 4 von 6 englischen Klubs aus?

Den englischen Teams läuft es im Europacup gar nicht. Weder ManUnited, ManCity, noch Arsenal oder Tottenham schossen in ihrem letzten Spiel ein Tor und verloren ihre Partie.

von
Adrian Hunziker

In der Premier League spielen so illustre Klubs wie Arsenal und Chelsea, United und City aus Manchester, Tottenham oder Liverpool. Fast alle diese Vereine haben auch schon auf internationaler Ebene einen oder mehrere wichtige Titel eingeheimst. Noch vor zwei Jahren gewann Chelsea die Champions League. Das gleiche gelang zuvor Manchester United (vor sechs Jahren) und Liverpool (vor neun Jahren). Den Cup der Europa League sicherten sich Chelsea in der vergangenen Saison, Liverpool vor 13 Jahren (damals noch als Uefa-Pokal) und Tottenham anno 1984.

Doch heuer schaut der englische Fussball in eine ungewisse Zukunft im Europacup. Im Achtelfinal der Champions League versuchen mit den beiden Londonern und den beiden Klubs aus Manchester vier englische Teams, die K.-o-Phase zu verlängern. Die Betonung liegt auf «versuchen». Denn nach den Hinspielen haben drei Teams schon schlechte Karten, den Viertelfinal zu erreichen.

Arsenal und ManCity verloren ihr Heimspiel 0:2

Den schlechtesten Eindruck hinterliess das ehemals grosse Manchester United. Gegen den Aussenseiter Olympiakos Piräus blamierte sich das Team von Trainer David Moyes in Griechenland bis auf die Knochen. Die Engländer zogen mit einer 0:2-Niederlage von dannen. Andererseits kann man argumentieren, dass ManUnited das Ganze im Old Trafford noch drehen kann. Doch wer das Hinspiel gesehen hat, weiss, dass das ein sehr schwieriges Unterfangen werden dürfte.

Arsenal London und Manchester City verloren ihre Hinspiele ebenfalls – beide zuhause und beide mit 0:2. Die Gegner waren aber von grösserem Kaliber als Piräus. Arsenal hatte gegen den Champions-League-Titelverteidiger Bayern München das Nachsehen, City unterlag Barcelona. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese beiden englischen Teams im Rückspiel noch die Überraschung schaffen werden. So wird womöglich im CL-Viertelfinal nur Chelsea übrig bleiben. Die Londoner holten sich in Istanbul gegen Galatasaray ein 1:1. Ihre Ausgangslage für das Rückspiel ist damit um einiges besser als die ihrer englischen Konkurrenten.

Ein ähnlich schlechtes Bild in der Europa League

Auch in der Europa League sieht es für die Teams von der Insel nicht viel rosiger aus. Wigan Athletic scheiterte bereits vor der Winterpause in der Gruppenphase. Wigan wurde hinter Rubin Kasan, Maribor und Zulte-Waregem Gruppenletzter. Für Swansea endete das Abenteuer Europa gegen Napoli Im Sechzehntelfinal. Die Italiener kegelten Swansea mit einem Gesamtskore von 3:1 aus dem Turnier. Einzig Tottenham Hotspur konnte sich trotz 0:1-Hinspielniederlage gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk noch mit einem 3:1-Heimsieg für die nächste Runde qualifizieren.

Einen Grund für das schlechte Abschneiden der englischen Klubs sieht Roy Keane darin, dass man fälschlicherweise davon ausgegangen sei, die Premier Leage sei die stärkste Liga. «Ich denke, wir waren wie besessen davon zu glauben, die Premier League sei die beste Liga der Welt. Das ist Schwachsinn», sagte der ehemalige United-Profi dem englischen Fernsehsender ITV. Und der Ex-Badboy geht noch weiter: «Sie ist die beste Marke, aber wir haben in den letzten Wochen viele englische Klubs gesehen, die Schwierigkeiten hatten und nicht mehr mit den Besten in Europa mithalten können, speziell Manchester United.» Sollte die derzeitige Misere der englischen Mannschaften im Europacup anhalten, könnten fünf der sechs erwähnten Teams sich bald nur noch auf die Premier League konzentrieren – besser machen würde es die Liga aber wohl nicht.

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