Aktualisiert 03.02.2011 12:32

Hochstaplerin

Schein-Ärztin in der Notaufnahme

Dutzende von Patienten liessen sich in einem Spital in Valencia von einer Hochstaplerin behandeln. Trotzdem war es nicht das fehlende Fachwissen der «Ärztin», das den Schwindel ans Licht brachte.

von
rre

Dutzende Patienten vertrauten ihrem Wissen, ihrer Fachkenntnis. Doch die Frau, in deren Obhut sich viele ahnungslose Patienten begaben, war eine Betrügerin. Fünf Monate lang behandelte die falsche Ärztin Patienten in einem Spital in Valencia. Ausgerechnet dort, wo es oft um Leben und Tod ging – in der Notaufnahme.

Das Brisante: weder den Ärzten, dem Pflegepersonal noch den Patienten fiel auf, dass es sich bei der vermeintlichen Medizinerin um eine Hochstaplerin handelte. Dies, obwohl die Frau über keinerlei medizinisches Fachwissen verfügte.

Der Schwindel flog laut der spanischen Zeitung «El País» erst auf, als Mitarbeiter der Personalabteilung des Spitals über Unstimmigkeiten in den Zulassungsdokumenten (Approbation) der falschen Ärztin stolperten. Der Aufforderung der Personalabteilung, das Original der Zulassung nachzureichen, kam die Betrügerin nicht nach.

Gefährliches Halbwissen im Operationssaal

Da die Ermittlungen noch andauern, sind bisher keine weiteren Einzelheiten zu dem Fall bekannt. Mit ihren verwerflichen und zugleich gefährlichen Machenschaften ist die spanische Pseudo-Ärztin nicht alleine: Jahrelang gab sich der Amerikaner William H. als Herzspezialist aus. Der falsche Professor wusste mit seinem Engagement gekonnt zu beeindrucken - seine Kollegen brachten ihm stets Wertschätzung entgegen, zumindest so lange, bis der selbsternannte Gott in Weiss enttarnt wurde.

Die Stippvisite an einer medizinischen Fakultät reichte offenbar aus, damit sich H. ein Basiswissen über das Legen von Herzkathetern und Prozeduren bei Notoperationen aneignen konnte.

Weitere spektakuläre Hochstapler-Fälle der jüngeren Geschichte finden Sie in der Bildstrecke oben.

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