«Bestens integriert»: Scheinehe – Kosovare darf in Schweiz bleiben
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«Bestens integriert»Scheinehe – Kosovare darf in Schweiz bleiben

Ein Kosovare darf in der Schweiz bleiben – obwohl er wohl eine Scheinehe einging. Fehler muss das Migrationsamt eingestehen.

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Der Rekurs gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts wurde teilweise gutgeheissen.

Der Rekurs gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts wurde teilweise gutgeheissen.

Keystone/Walter Bieri

Ein vierfacher Familienvater aus dem Kosovo hat sich vor dem Zürcher Verwaltungsgericht erfolgreich gegen einen Entscheid des Migrationsamts gewehrt: Dieses hatte die Niederlassungsbewilligung des Mannes widerrufen und weigerte sich, einen weiteren Familiennachzug zu bewilligen.

Das Amt war nämlich der Ansicht, der Mann habe im Jahr 2003 extra eine Schweizerin geheiratet, um ein Aufenthaltsrecht zu erhalten und seine Familie nachziehen zu lassen, berichtet die NZZ heute über das Urteil.

Scheidung – Hochzeit – Trennung

Sicher ist: Der Mann liess sich von seiner kosovarischen Frau scheiden um eine hochverschuldete Schweizerin zu heiraten. Wenige Monate nachdem er die Niederlassungsbewilligung erhalten hatte, trennte er sich von der Schweizerin – und ist mittlerweile wieder mit seiner ersten Frau verheiratet.

Obwohl das Verwaltungsgericht von einer Scheinehe ausgeht, hat es den Rekurs des Familienvaters gegen den Entscheid des Migrationsamtes teilweise gutgeheissen. Es verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, die Niederlassungsbewilligung zu widerrufen – deshalb kann ihm auch kaum der Familiennachzug verweigert werden.

«Bestens integriert»

Dass er diese erhalten hat, ist nur durch mehrere Fehler zu erklären. So hätte er sie mangels fünf Jahre dauernder Ehegemeinschaft noch gar nicht beantragen dürfen; zudem wären wegen der Hinweise auf eine Scheinehe weitere Abklärungen notwendig gewesen.

Erst als der Mann seine erste Frau in die Schweiz holen wollte, wurde das Migrationsamt misstrauisch. Allerdings, hielt der Richter fest, seien die Fehler keine Katastrophe: Schliesslich sei der Kosovare «unbestrittenermassen bestens integriert», genau wie seine beiden Kinder, die bereits hier leben.

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