Aktualisiert 28.02.2014 18:01

Nur Probleme

Scheitern Red Bull und Vettel an der 107%-Hürde?

In zwei Wochen startet die Formel-1-Saison in Melbourne und Sebastian Vettel kämpft mit grossen Problemen. Red Bull fährt dem ganzen Feld hinterher – wenn sie überhaupt fahren.

von
Oliver Fischer

Aktuell befindet sich der Formel-1-Tross in Bahrain, wo die zweite Testwoche absolviert wird, die dritte insgesamt. Nach den ersten beiden Wochen in Jerez und Bahrain zeichnet sich ein klares Bild ab: Mercedes überflügelt derzeit alle anderen, sowohl was absolvierte Kilometer als auch die gefahrenen Zeiten angeht. Lewis Hamilton und Nico Rosberg sind für den Saisonstart gerüstet und reisen als Favoriten nach Down Under. Dahinter zeigt das ebenfalls mit Mercedes-Motoren ausgerüstete McLaren-Team aufsteigende Tendenz. Auch Williams und Force-India, die weiteren Mercedes-Kunden, haben positive Resultate abgeliefert.

Red Bull braucht dringend Testkilometer

Die meisten Teams kämpfen aber nach wie vor mit verschiedenen technischen Problemen. Mal ist es das Chassis (Sauber), mal die Software und das Getriebe (Lotus) und mal das Antriebssystem (Toro Rosso). Von allen Teams, die mit Renault-Motoren unterwegs sind, ist nicht Sebastian Vettels Red-Bull-Team das stärkste. Während alle Renault-Teams mit Problemen klarkommen mussten, scheint es aber das Weltmeisterteam bisher am Übelsten erwischt zu haben. In der ersten Testwoche in Jerez waren die Bullen gerade einmal 92 Kilometer weit gekommen, in der ersten Bahrain-Woche auch nur knapp über 600 Kilometer. Schwierigkeiten machen dem Team nicht nur der Renault-Motor – wie auch Torro Rosso, Lotus und Caterham –, sondern vor allem auch das Chassis. Red Bull muss es bei den letzten Test wenigstens noch schaffen, das Auto einigermassen zuverlässig zu machen, sodass es den Belastungen von Qualifying und Rennen standhalten kann.

Damit hätten Vettel und sein Team aber noch gar nichts gewonnen. Sorgen bereiten müssen ihnen vor allem die bisher unterirdisch schlechten Zeiten: aktuell würde sich Red Bull nicht einmal für das erste Rennen qualifizieren – die 107-Prozent-Regel könnte ihnen zum Verhängnis werden. Diese besagt, dass ein Fahrer im ersten Qualifying-Umgang höchstens 7 Prozent langsamer sein darf als die schnellste gefahrene Zeit, um im Rennen starten zu dürfen. Mit den aktuellen Testzeiten wären Vettel und sein Teamkollege Daniel Ricciardo in Melbourne nicht im Rennen.

Ferrari liess sich noch nicht in die Karten blicken

Dem russischen Team Marussia droht eine ganz harte Saison. Die bisherigen Resultate zeigen, dass das Team mit Ferrari-Motor schlicht nicht konkurrenzfähig ist und nicht einmal in die Nähe der 107-Prozent-Regel kommt. Die grosse Unbekannte ist Ferrari selbst. Die Scuderia Rossa machte in den Tests zwar einen zuverlässigen Eindruck – 2660 Kilometer und Rang drei in dieser Wertung – und hatte keine gravierenden Probleme zu beklagen. Aber nicht ganz klar ist, wie schnell der Ferrari von Kimi Räikkönen und Fernando Alonso wirklich ist. Zwar fuhren sie ganz ansprechende Zeiten, konnten aber Mercedes und McLaren nie in Bedrängnis bringen. Die Frage, ob die Ferrari wirklich (noch) nicht so viel Speed hinbekommen wie die Mercedes, oder ob das Team sich einfach noch nicht in die Karten schauen lassen will, wird sich eventuell in den letzten Tests, spätestens aber im Qualifying für den GP von Melbourne am 15. März zeigen.

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