06.11.2015 21:56

Nicolás Maduro

Scheitert er, kommt der Schnauz weg

Eine Million Wohnungen oder der Schnauz wird abrasiert: Das Schicksal vom Oberlippenbart des venezolanischen Präsidenten Maduro ist an den Erfolg seiner Sozialpolitik geknüpft.

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Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro setzt für ein Sozialprojekt der Regierung seinen Oberlippenbart aufs Spiel. Er werde sein Markenzeichen abrasieren, sollte es seine sozialistische Regierung nicht bis zum Jahresende schaffen, die einmillionste Sozialwohnung an eine Familie zu übergeben, sagte er am Donnerstag.

Das wäre eine Form der Selbstbestrafung, damit es jeder sehen könne, sollte das Ziel nicht erreicht werden, sagte Maduro bei einer Zeremonie zur Übergabe von 2520 Wohnungen im Rahmen eines nach Ex-Präsident Hugo Chávez benannten Bauprojektes. An den zuständigen Wohnungsbauminister gewandt fügte er hinzu: «Mein Schnurrbart liegt in Ihren Händen, Minister.»

Schnauz als Symbol seiner Herkunft

Seinen Bart hatte er bei dem Projekt bereits Anfang der Woche als Wetteinsatz ins Spiel gebracht — zum Gelächter seiner politischen Freunde und Gegner.

Maduro fehlt das Charisma seines Mentors Hugo Chávez, weshalb er versucht, vor der Parlamentswahl am 6. Dezember mit Humor das Vertrauen vieler Venezolaner zu gewinnen. Während ihn politische Gegner gerne wegen des schwarzen Schnurrbartes aufziehen, ist der für viele Ärmere im Land ein Symbol für Maduros Wurzeln in der Arbeiterklasse. Maduro war einst Busfahrer.

Eine Umfrage des Nachrichtensenders CNN zeigt, was die Venezolaner von der Wette halten: 89 Prozent glauben, dass Präsident Maduro sein Versprechen nicht einhalten wird, sollte er mit seinem Projekt scheitern:

Nicolás Maduro: «Wenn bis zum Jahresende die zugesagte Million neuer Wohnungen nicht fertig ist, werde ich zur eigenen Bestrafung meinen Schnauz abrasieren.»

(Quelle: Youtube/LoMásTrinado) (kle/sda)

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