Aktualisiert 06.10.2007 04:19

«Scherzkeks» liess 18-Jährige ausziehen

Ein Gericht in den USA hat einer jungen Frau, die Opfer eines sexistischen «Scherzes» wurde, Schmerzensgeld in Millionenhöhe zugesprochen. Louise Ogborn war von einem falschen Polzisten einer Leibesvisitation unterzogen worden.

Die frühere Angestellte der Fastfood-Kette McDonald's erhält 6,1 Millionen Dollar (7,2 Mio. Franken), wie die Zeitung «Kentucky Courier Journal» berichtete.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass McDonald's es versäumte, seine Angestellten vor einem Trickbetrüger zu warnen, der fast zehn Jahre lang in Dutzenden von Fastfood-Restaurants in 32 US-Bundesstaaten unter Vorwänden Leibesvisitationen vornehmen liess, indem er sich als Polizist ausgab.

Als «Officer Scott» wies der Scherzbold demnach eine Vize- Managerin der Filiale Ogborns telefonisch an, die damals 18-Jährige sei zu durchsuchen, weil sie vermutlich eine Geldbörse gestohlen habe. Die Leibesvisitation könne im Büro des Restaurants oder im Gefängnis erfolgen.

Ogborn sei darauf von der Managerin angewiesen worden sich auszuziehen und habe anschliessend fast vier Stunden nackt in dem Büro verbracht, gedemütigt und völlig aufgelöst, wie das Urteil festhielt. Ihre Kleidung und ihre Autoschlüssel wurden ihr abgenommen.

Dem Betrüger gingen leitende Angestellte in mindestens 68 Schnellrestaurants auf den Leim, darunter waren 17 McDonald's- Filialen. Während Betreiber von McDonald's-Lokalen gewarnt worden seien, seien die Angestellten in Unwissenheit gelassen worden.

Auch die Vize-Managerin des Restaurants, in dem Ogborn arbeitete, war nach eigenen Angaben nicht informiert. Sie schloss sich der Klage daher an und bekam 1,1 Millionen Dollar zugesprochen. Allerdings wurde sie auch wegen Freiheitsberaubung verurteilt. (sda)

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