Kapitän der Costa Concordia: Schettino-Tochter wirbt für unsinkbare Kajaks
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Kapitän der Costa ConcordiaSchettino-Tochter wirbt für unsinkbare Kajaks

Rossella Schettino, die Tochter des Unglückskapitäns von Giglio, ist Teilhaberin einer Kajak-Firma. Auf Facebook feindet sie einen Mann an, der ihren Vater «medial gekreuzigt» hat.

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Rossella Schettino, die Tochter des Kapitäns der gesunkenen Costa Concordia, schimpft auf Facebook gegen den Mann, der ihren Vater nach dem Unglück «wie einen Feigling aussehen liess».

Rossella Schettino, die Tochter des Kapitäns der gesunkenen Costa Concordia, schimpft auf Facebook gegen den Mann, der ihren Vater nach dem Unglück «wie einen Feigling aussehen liess».

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Die 21-Jährige teilt gegen Gregorio De Falco aus, den Kommandanten der Küstenwache von Livorno, der Schettino per Funk befahl: «Gehen Sie an Bord, verdammt noch mal!» Mit diesem Satz habe De Falco den Costa-Concordia-Kapitän «medial gekreuzigt», so Rossella Schettino.

Die 21-Jährige teilt gegen Gregorio De Falco aus, den Kommandanten der Küstenwache von Livorno, der Schettino per Funk befahl: «Gehen Sie an Bord, verdammt noch mal!» Mit diesem Satz habe De Falco den Costa-Concordia-Kapitän «medial gekreuzigt», so Rossella Schettino.

Screenshot Facebook
Im Herbst 2017 machte Rossella Schettino Schlagzeilen, als sie zusammen mit einer Geschäftspartnerin ein unsinkbares Kajak lancierte.

Im Herbst 2017 machte Rossella Schettino Schlagzeilen, als sie zusammen mit einer Geschäftspartnerin ein unsinkbares Kajak lancierte.

Surfcruise

Die 21-jährige Rossella Schettino will nicht mehr schweigen: Die Tochter von Kapitän Francesco Schettino schiesst gegen jenen Mann, der, wie sie sagt, ihren Vater vor sechs Jahren zu «Kapitän Feigling» machte. Auf Facebook teilt Rossella gegen Gregorio De Falco aus, den Kommandanten der Küstenwache von Livorno, der dem Kapitän der sinkenden Costa Concordia per Funk befahl, auf das Schiff zurückzukehren.

Rossella war 15 Jahre alt, als ihr Vater in der Nacht des 13. Januar 2012 das Luxusschiff mit mehr als 4000 Menschen an Bord auf einen Felsen vor der Insel Giglio steuerte. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. Nachdem Kapitän Schettino als einer der Ersten das Schiff verlassen hatte, reagierte De Falco energisch: «Gehen Sie an Bord, verdammt noch mal!», ordnete er ihn an.

Diesmal steht De Falco als Anti-Held in den Medien

De Falco habe ihren Vater mit diesem einzigen Satz «medial gekreuzigt», lautet jetzt der Vorwurf der 21-Jährigen. Ihr Leben und das ihrer Familie seien danach «zerstört» gewesen, so Rossella. Ihre Wut folgt auf De Falcos Statement, in dem er auf sein «Recht auf Privatsphäre» pocht, weil er sich von der italienischen Öffentlichkeit und den Medien attackiert fühlt.

Der Hafenkommandant, aktuell Kandidat für die Fünf-Sterne-Bewegung bei den Wahlen von kommendem Sonntag, geriet kürzlich wegen häuslicher Gewalt in den Fokus. Gregorio De Falco soll seine Ehefrau nach einem Streit angegriffen und eine der beiden Töchter an den Haaren gezogen haben, heisst es in einer Anzeige, die Raffaela De Falco bei der Polizei von Livorno erstattete.

Nachdem der «Corriere della Sera» darüber berichtete, bezeichnete sich De Falco als «Opfer medialer Manipulation». Für Rossella Schettino ist das «empörend»: Ausgerechnet De Falco, den sie für Schlagzeilen rund um ihre Familie verantwortlich macht, störe sich über die negative Berichterstattung, schreibt sie auf Facebook.

Rossella und das unsinkbare Kajak

Die junge Tochter des Unglückskapitäns hat sich in den letzten Monaten einen Namen als Unternehmerin gemacht: Zusammen mit einer Geschäftspartnerin lancierte Rossella ein Hi-Tech-Kajak, das laut technischer Beschreibung «äussert stabil und unsinkbar» ist.

Sie habe die Firma mit Rossella gegründet, weil die Schettino-Tochter ein «leidenschaftlicher Nautik-Fan» sei, erklärte Maura Parruzzo der Zeitung «Il Giornale». Auch ihr Vater kenne das Produkt und liebe es. Mit der Marke Surfcruise habe der ehemalige Costa-Concordia-Kapitän aber nichts zu tun.

Dafür erntete Rossella bitterbösen Spott: «Dein Kajak sinkt nicht, aber die Schiffe, die dein Vater steuert, schon. Und jetzt ist der ehemalige Schiffskapitän vom Surfcruise begeistert? Tssss …», kommentierte etwa ein «Giornale»-Leser.

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